Monatsarchiv: August 2012

Tag 106, Donnerstag 29.8.12, Niederwinkling bis Eng

2. Wandertag

8:42 Uhr am Grünen Band bei Ecklingerode. Noch heftiger, kühler Wind,  der mich die Platten hochschiebt. Die Morgensonne kommt noch recht schräg. Diese Tageszeit mag ich am liebsten beim Wandern.

Ein Holzbau weiter oben kommt in Sicht. Schon von hier aus immer wieder schöne Ausblicke nach Ecklingerode hinunter. Die Sielmann-Hütte. Eine steile, schmale Holztreppe. Die sehr frische Luft bläst hier ungehindert durch.

Kaum die Höhe erreicht, schon geht’s wieder runter. Eine Weggabelung. Grünes Band – wo bist du? Ah ja, rechts geht ja der Plattenweg, links nicht, vorne undurchdringlich. Die Karte ignoriere ich mal. Was ich nicht wusste: Auch weitere Zufahrtswege in Thüringen wurden teils mit Platten ausgebaut. Ich gerate eine Weile auf den nicht bezeichneten Wanderweg nach Wehnde. Ein Traktorist meint, also wenn Sie da durch wollen, die Wege sieht man kaum… Schließlich drehe ich doch um, Zeitverlust, neue Planung.

Der Sielmann-Weg. Nach einer Weile steiler. Dann extrem steiler. Dann extremistisch steiler. Etwa 300 Meter Weg wie eine Wand. Bei Feuchtigkeit unbegehbar. Aber unvergesslich!

Oben, ein Ehepaar. „Ah, Sie sind doch der von dem Zeitungsartikel heute früh?!“ Ich natürlich keine Ahnung, aber Vermutung. Ein paar Fotos, tschüss, später treffe ich sie wieder.

Eine Gabelung. Rechts Fuhrbach, links Gut Herbigshagen. Durch den Zeitverlust schwenke ich links ab und komme erstmal zum Harzblick.
Nach zwischenzeitlichem Getröpfel ziehen in kurzen Abständen helle Lichtzonen über die weiträumige Landschaft mit den rötlichen, grünen und kornfarbenen Gliederungen, und ganz im Hintergrund hoch aufsteigend der blaue Harz. Ich bekomme eine ungewöhnliche Bildserie in die Lumix.

Gut Herbigshagen und Heinz-Sielmann-Stiftung. Die gestrige Vereinbarung mit Herrn Bürgermeister Nolte spreche ich mit Herrn Spielmann und Frau Schaaf durch, mit positivem Ergebnis. Worum es geht? Aus der geplanten 1000-km-Wanderung 2011 wird ein Segment von 130 km herausgelöst. Diese 130 km liegen als Grünes Band unter der Aufsicht der Sielmann-Stiftung zwischen Bad Sachsa und Wanfried. Dorthin werden sie verlegt.

Der restliche Weg führte noch zurück nach Duderstadt.

Übrigens, das waren heute mindestens 14 Wanderkilometer.

R.

Tag 100, Dienstag, 21.8.12, Regensburg bis Baggersee und zurück

Wie wäre es mit einer Donaurundwanderung bis zu diesem See? Er liegt 5 km westlich neben der Donau. Möglichst 10 km will ich heute schaffen, das müsste also passen!

Schräg gegenüber meines Frühstücks-Tisches ist eine Sitznische; an der Wand hängen acht Bilder, die den Papst zeigen. Es wirkt, als ob er hier gewesen ist.

Hinter der nördlichen Brücke geht neben der Schleuse ein Radweg donauaufwärts in Richtung Ulm. Zuerst drückt der Schaft so, dass ich am Zaun der Schleuse die Prothese neu anziehen muss. Danach geht’s etwas besser, denn die Gewöhnung macht’s.

Neben der Autobahn-Donaubrücke steht eine dreiteilige Fußgängerbrücke über den dreifach geteilten Fluß. Hier verläuft der Naabradweg, drüben der Donauradweg. Naab, das kenne ich noch von der Schule: „Iller, Lech, Isar, Inn fließ’n zu der Donau hin, Altmühl, Naab und Räsch’n fließen ihr entgesch’n! Völlig richtig geschrieben, ich war ja in Sachsen in der Schule.

Auf diesem Weg wandere ich in einem großen Bogen zum Baggersee. Ein Radfahrer steigt ab. Er spricht mich wegen des gestrigen Artikels in der mittelbayrischen Zeitung an. Es geht wieder um die Themen Bewegung und speziell Radfahren. Er erzählt aber auch, dass er den Papst schon lange kenne. Ja, in der besagten Sitzecke sei er schon gewesen.

Nach sechseinhalb km beginne ich die Runde um den Baggersee. Auch hier, wie in der Donau, gibt es vereinzelte Schwimmer. Das Wasser sieht auch recht sauber aus, die paar Leutchen vermindern die Qualität nicht übermäßig. Nebendran ist ein Freibad mit entsprechender Gräuschkulisse und gechlorten Badegästen. Erinnert mich an meinen Biergarten, nur auf andere Art feucht-fröhlich!

Ich steuere wieder auf die lange Brücke für Fußgänger zu. Dort mache ich eine Schleife durch den Inselpark Obere Wöhrd. Das war mal eine Halbinsel, bis im 14. Jahrhundert ein Hochwasser einiges Land wegschwemmte.

Ein Fußballplatz. Eine Rasenbesprengungsanlage tackert im Kreis und nässt die kurzen Halme ein. Sie übt eine geheimnisvolle Anziehungskraft aus. Zumindest bleibe ich stehen. Die stoßweise herausgeschleuderten Tropfen glitzern enorm feucht. Ein dünner Schleier entsteht auf der entgegengesetzten Seite. Meine Haut fühlt sich an wie nach zehn km Sahara. Unwillkürlich dichte ich die Lumixcamera mit dem T-Shirt ab und meine Schritte kommen von der vorgedachten Linie ab. Dann habe ich den Sprühregen über mir. Wunderbar! Warum gibt es nur so wenige dieser Anlagen?

Bevor ich über die Brücke die nächste Insel erreiche, mache ich meine dritte Rast. Wegen der Wärme habe ich mein heutiges Trinkpensum sehr genau eingeteilt. Zwischen den halbstündlichen Rastzeiten nehme ich zusätzlich immer nochmal einen isotonischen Fitness-Mineraldrink. Das ständige Schwitzen verlangt den Ausgleich des Mineralienverlustes. Aber auch die B-Vitamine als Energielieferanten gleiche ich regelmäßig aus. Insgesamt habe ich morgens incl. Frühstück 1,5 Liter und unterwegs 3,5 Liter getrunken.

So langsam merke ich zwar die Kilometer im Schaft, die mit glühenden Schuhsohlen und mit ungeplanten Schlenkern dazugelaufen wurden, aber ansonsten lief es doch unverhofft problemlos. Es ist schon fast 18:30, als ich nach über neun Stunden mit etwa 30 Grad Wärme ohne Ventilator am Quartier zurück bin.

Km heute: Soll 12,5 Ist 14

Km gesamt: Soll 1250 Ist 1250

Tag 99, Montag 20.8.12, Stadtwanderung in Regensburg

Mein kleiner Rucksack reicht. Zuerst habe ich nicht viel Bock auf einen Hitzemarsch. Aber gegen 15 Uhr gehe ich dann doch. Es ist Zeit zur Wundkontrolle.

Die Steinerne Brücke ist ein einmaliges Bauwerk. Elf Pfeiler über die Donau, zwei Seitenarme und die Inseln direkt zur mittelalterlichen Altstadt. Ein Teil der Brücke wird renoviert, aber man hat einen seitlichen Fußgängerweg angebaut.

In der Ambulanz geht es sehr schnell. Sofort komme ich dran. Die Wunde sieht geschlossen aus. Erstmals ist sie druckunempfindlich. Trotzdem kommt nochmal der gleiche Verband drauf.

Vorbei an der Kirche St. Emmerams und den Museen von Thurn und Taxis gelange ich durch schmale, winklige Straßen in den Park. Unter den hohen Bäumen ist es relativ kühl. Hier merke ich deutlich, dass der Beinstumpf dicker ist als vor der drei Klinikwochen. In diesen Tagen ist das Laufen manchmal problemlos, machmal aber auch erschwert. Um so wichtiger ist es also, dass jetzt die ausdauernde Bewegung weitergeht.

Mir fällt ein, dass ich noch einiges brauche. Also gehe ich wieder rechts rein in die Altstadt, suche die Geschäfte, gehe um viele alte Ecken und über unzählige gepflasterte Kopfsteine und finde anschließend zurück in den Park.

Nach einer Rast auf einer Parkbank komme ich zum Donau-Uferweg und biege rechts ab. Der alte Weg neben der Altstadt ist aus großen Platten zusammengefügt. Die Fugen wurden später mit Zement gefüllt. An der rechten Wegkante stehen Häuser oder Mauern. Links gibt es kein Geländer, die Kante ist reichhaltig besetzt mit Leuten, die picknicken oder auch nicht und die Beine über den Donauwellen baumeln.

Zurück über die Steinerne Brücke, als die Dunkelheit ausbricht. Im Zimmer ist das Fenster völlig offen. Das Tages-Klappern der Flaschen der Brauereiabfüllung hat aufgehört Die Geräusche der Biergartengäste gehen noch bis in die Nacht. Nur einmal höre ich im Schlaf einen Donner.

Km heute: Soll 12,5 Ist 6

Km gesamt: Soll 1237,5 Ist 1236

Das Flattertuch an der Baustelle: "Instandsetzung der Steinernen Brücke..."

Die Steinerne Brücke mit 4 von 11 Pfeilern

Altstadtmotiv

Tag 98, Sonntag 19.8.12, Zeitlarn bis Regensburg

98 Wandertage mal 12,5 km sind 1225 km. In den letzten Berichten ist ein Rechenfehler entstanden, den ich am Schluß der heutigen Erlebnisse berichtige.

Heute wandere ich nicht alleine. Um neun Uhr stehen Erich und Heinrich von der IG Ampu aus Altdorf im Hof und holen mich samt Reservegepäck ab. Beim Vortrag in Nürnberg am 14. August hatten wir uns bereits kennengelernt.

In der Uferstraße in Zeitlarn finden wir einen Parkplatz. Erich will nachher hierher zurücklaufen. Wir gehen in ôstlicher Richtung in die Felder und steigen, vorbei am Gutshof, hinauf zu einem kleinen Waldstück.

Im Schatten des Waldrandes setzen wir uns zu einer Rast auf den Wiesenweg. Während die beiden ohne zu essen die Aussicht genießen, tu ich das mit einem Roggenbrötchen.

Wir kommen durch Ödenthal und auf einen weiteren Feldweg. Nach den Maisfeldern, die schon gelb und braun werden, führt der Weg entlang der Talhänge. Immer wieder weht ein erfrischender Wind. Trotz der 32 Grad ist es nicht schwül und die Hitze stört uns nicht sonderlich. Bevor wir wieder zur Fahrstraße kommen, nutzen wir den letzten Schatten eines großen Baumes zu einer weiteren Rast.

An unseren Beispielen erkennt man, wie unterschiedlich die Gründe bzw. Unfälle sein können, die zu einer Amputation führen. Die missachtete Vorfahrt eines Autos, das den hintensitzenden Mitfahrer eines Motorrollers erwischt. Ein herabstürzender Felsbrocken in einem Steinbruch, der einen Achtjährigen trifft. Die Behandlung einer Venenentzündung gemeinsam mit der begrenzten Verweildauer in der Klinik.

Erich steht zuerst auf und beginnt bereits hier seinen Rückweg zum Auto. Den Radweg neben der Straße können wir sehen. Ich beschäftige mich aber noch mit Kautätigkeit. Goldene Streusel oben auf einer Apfelschicht und als Kuchenkrümel. „Nuggets“ zum Genießen!

Am vereinbarten Treffpunkt kommen wir gleichzeitig mit dem Auto an. Zuerst fahren wir mein Gepäck zum Quartier. Das „Spital“ liegt am Donauseitenarm und hat einen riesigen Biergarten. „Das Bier müssen wir uns aber erst verdienen!“, meint Erich. Er akzeptiert, dass ich heute mindestens acht km laufen will. Also gehen wir erstmal entlang des Donauarmes weiter.

Die Regensburger haben es gut! Mitten in der Stadt fließt die breite Donau und um drei große Inseln und an den Ufern gibt es Freizeitangebote, Liegewiesen, Bademöglichkeit. Wir kommen auch in die Nähe der Regenmündung. Über einen Steg, weiter auf eine Landzunge, unter der Steinbrücke durch gegenüber der eindrucksvollen Stadtkulisse. Hinauf auf die Brücke und zurück zu einem freien Tisch unter hohen Buchen und mit drei vollen Biergläsern.

Diese Lokation wird wohl am Mittwoch wieder heimgesucht, wenn die SHG zum Vortrag nach Regensburg kommt. Wir verabschieden uns bis dahin. Danke fürs Mitwandern und für die Transporthilfe! Allen hat dieser Wandertag gefallen.

Km heute: Soll 12,5 Ist 8,5

Km gesamt: Soll 1225 Ist 1230

Am Start: Erich, Roland, Heinrich

Anstieg zum Wald

Feldweg nördlich von Regensburg

Auf unserer Abschlussrunde

Im Biergarten an der Donau

Mit Prothese von der Spree bis zur Isar :: Homepage – Region – Regensburg :: Mittelbayerische Zeitung :: www.mittelbayerische.de

http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/mit-prothese-von-der-spree-bis-zur-isar/821266/mit-prothese-von-der-spree-bis-zur-isar.html

Mit Prothese von der Spree bis zur Isar

Roland Zahn (75) bei einer Wanderung in Thüringen: Jeden Tag schafft er rund zwölf Kilometer. Foto: Zahn

Roland Zahn (75) bei einer Wanderung in Thüringen: Jeden Tag schafft er rund zwölf Kilometer. Foto: Zahn

Von Davina Lang, MZ

Regensburg. Roland Zahn ist 75 Jahre alt und trägt seit sechs Jahren eine Beinprothese. Das hielt den gebürtigen Leipziger jedoch nicht davon ab, eine Mammut-Wanderung quer durch die Republik zu starten. Bisher hat der Wahl-Stuttgarter schon rund 1200 Kilometer erfolgreich hinter sich gebracht. Zahn läuft täglich zwölf bis 13 Kilometer, dann gönnt er sich jeweils zwei Regenerationstage. Je nach körperlicher Verfassung und Tagesziel, variiert die Anzahl der Kilometer. In Kürze wird Zahn seine 25. Etappe erreichen: Regensburg.

Ein ganz tolles Gefühl sei es, bereits eine solche Entfernung zurückgelegt zu haben und etwas leisten zu können, das für viele undenkbar ist, erzählte der passionierte Wanderer im MZ-Telefoninterview.

Mut durch Bewegung

Die Aktion „Bewegung hilft“ – eine 2000-Kilometer-Wanderung von Berlin nach München in 160 Tagen – wurde als gemeinsames Projekt von Roland Zahn und dem Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation ins Leben gerufen. Der Marsch mit Beinprothese soll Menschen mit einer Amputation Antrieb zu mehr Bewegung geben, um sie vor Depression und Lethargie zu schützen.

Roland Zahn, ehemaliger Grafikdesigner, trat seine Pilgerstrecke vor fast einem halben Jahr von Berlin aus an, um anderen Menschen mit einer Amputation Mut zu machen. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass die eigenen Möglichkeiten oft weit unterschätzt werden. Auch würden viele Menschen nicht wissen, wozu sie mit einer guten prothetischen Versorgung fähig seien, erzählt Zahn. Bei der Wanderung quer durch Deutschland geht es dem Pilger nicht um sportliche Rekorde, das Hauptziel der Aktion „Bewegung hilft“ sei die Motivation und Mobilisierung von Betroffenen.

1000 Selbsthilfegruppen als Ziel

Das Hauptziel des Projekts „Bewegung hilft“ soll Menschen mit einer Amputation zur Mitarbeit in und zur Gründung von Selbsthilfegruppen aufforder – denn bisher gibt es deutschlandweit nur etwas mehr als 40 solcher Gruppen. Zahn hofft, dass es am Ende bundesweit 1000 Selbsthilfegruppen für Arm- und Beinamputierte geben könnte.

Zahn_-Vortrag

Zahn_-Vortrag.pdf

Tag 97, Samstag, 18.8.12, Regenstauf bis Neuhof

Erst gegen Mittag starte ich. Ja, etwas spät, besonders wegen der heutigen Hitze. Früher wäre besser gewesen. Etwa 28 Grad sind zu erwarten. Aber es sollen nicht mehr als 6-8 km werden. So kann ich vorher noch einiges erledigen. Eine Bäckersfrau steckt mir zu den drei Roggenbrötchen noch eine weitere Semmel hinzu. Das Tal des Regens verlasse ich seitlich in östlicher Richtung. Mit einer Frau, die soeben ihre Gartenarbeit wärmebedingt beenden will, komme ich in ein ausführliches Gespräch über Beine und Wanderungen und sie fühlt sich motiviert.

Die Straße steigt an, immer mehr. Am Ortsende erreiche ich die Landstraße. Dort stehen zwei Bänke in der Sonne, aber der Baum davor schiebt den Schatten gerade richtig zurecht. Mein Wanderbesäufnis mit drei Litern Wasser kann beginnen. Besonders wichtig heute!

Die Straße steigt weiter an. Erst oben geht der geplante Weg nach Neuhof südwestlich ab. Hier im Wald ist es angenehmer. Nicht lange, da zweigt ein schmaler Weg wieder talwärts ab. Noch zweimal mache ich Rast. Am Waldrand erfahre ich, dass gleich da vorn eine Bushaltestelle ist. Doch es ist Samstag, wo die Busfahrer ab 15 Uhr in der Sonne liegen.

3 km auf der Straße wandern? Nee, lieber mal den Arm heben, lange nicht Anhalter gespielt. Die Autos auf der Landstraße sind zu schnell und reagieren nicht. Die Seitenstraße? Das klappt, denn der erste Fahrer, der in meine Richtung abbiegen will, steht ja schon, als er die Vorfahrt beachten muss. Hinten sitzt ein Vierjähriger drin. „Ich hab‘ auch ein großes Pflaster!“ Er hat mein eingewickeltes linkes Bein gesehen und hält mir eine bepflasterte große Zehe unter die Nase. Ich drehe mich lieber wieder in Fahrtrichtung. Bei der Kirche steige ich dankend aus und mache seitlich der Hauptstraße noch einen Bogen zum Regen. Zwischen den Häusern gelange ich direkt ans Ufer. Hier könnte man bei voller Sonne im Regen baden!

Km heute: Soll 12,5 Ist 7,5

Km gesamt: Soll 1225 Ist 1221,5

Endlich ist die Höhe erreicht. Der Wald hält die Hitze etwas ab

Es geht wieder zurück ins Regental

Regen ohne ein Wölkchen

Ruhetag, 17.8.12, Abenteuer Bahnwandern!

Ruhetag, 17.8.12, Abenteuer Bahnwandern!

Mit Prothese von der Spree bis zur Isar

http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/mit-prothese-von-der-spree-bis-zur-isar/821266/mit-prothese-von-der-spree-bis-zur-isar.html

Mit Prothese von der Spree bis zur Isar

Roland Zahn (75) bei einer Wanderung in Thüringen: Jeden Tag schafft er rund zwölf Kilometer. Foto: Zahn

Roland Zahn (75) bei einer Wanderung in Thüringen: Jeden Tag schafft er rund zwölf Kilometer. Foto: Zahn

Von Davina Lang, MZ

Regensburg. Roland Zahn ist 75 Jahre alt und trägt seit sechs Jahren eine Beinprothese. Das hielt den gebürtigen Leipziger jedoch nicht davon ab, eine Mammut-Wanderung quer durch die Republik zu starten. Bisher hat der Wahl-Stuttgarter schon rund 1200 Kilometer erfolgreich hinter sich gebracht. Zahn läuft täglich zwölf bis 13 Kilometer, dann gönnt er sich jeweils zwei Regenerationstage. Je nach körperlicher Verfassung und Tagesziel, variiert die Anzahl der Kilometer. In Kürze wird Zahn seine 25. Etappe erreichen: Regensburg.

Ein ganz tolles Gefühl sei es, bereits eine solche Entfernung zurückgelegt zu haben und etwas leisten zu können, das für viele undenkbar ist, erzählte der passionierte Wanderer im MZ-Telefoninterview.

Mut durch Bewegung

Die Aktion „Bewegung hilft“ – eine 2000-Kilometer-Wanderung von Berlin nach München in 160 Tagen – wurde als gemeinsames Projekt von Roland Zahn und dem Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation ins Leben gerufen. Der Marsch mit Beinprothese soll Menschen mit einer Amputation Antrieb zu mehr Bewegung geben, um sie vor Depression und Lethargie zu schützen.

Roland Zahn, ehemaliger Grafikdesigner, trat seine Pilgerstrecke vor fast einem halben Jahr von Berlin aus an, um anderen Menschen mit einer Amputation Mut zu machen. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass die eigenen Möglichkeiten oft weit unterschätzt werden. Auch würden viele Menschen nicht wissen, wozu sie mit einer guten prothetischen Versorgung fähig seien, erzählt Zahn. Bei der Wanderung quer durch Deutschland geht es dem Pilger nicht um sportliche Rekorde, das Hauptziel der Aktion „Bewegung hilft“ sei die Motivation und Mobilisierung von Betroffenen.

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1000 Selbsthilfegruppen als Ziel

Das Hauptziel des Projekts „Bewegung hilft“ soll Menschen mit einer Amputation zur Mitarbeit in und zur Gründung von Selbsthilfegruppen aufforder – denn bisher gibt es deutschlandweit nur etwas mehr als 40 solcher Gruppen. Zahn hofft, dass es am Ende bundesweit 1000 Selbsthilfegruppen für Arm- und Beinamputierte geben könnte.