Monatsarchiv: März 2013

Rekordversuch und Ausdauertest am 17. März 2013

Werden es 22 km?

Rekordversuch und Ausdauertest

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Heute starte ich, um den aktuellen Stand meiner Ausdauer zu kennen und um meinen Tagesrekord über 21 km vom 23. August 2011 in Treffurt (ewig her!) möglichst abzuhaken. Das Ziel ist, immer am Neckar entlang zu gehen und den Bus-Halt in der Marbacher Straße in Ludwigsburg zu erreichen – ab Türknauf.

P1170581Teil 1: Uhlbergstraße bis Keefertal, 7,6 km Länge.

Start 7:24 Uhr (MEZ). Himmel bedeckt, meine Stimmung P1170587aufgelockert, Temperatur etwas über Null Grad. Das Ziel ist im Kopf eingraviert und jede der Raststellen wird sich danach ausrichten.

7:55 Villa Berg, der erste der sechs
P1170591Fitnessdrinks zur Unterstützung der Muskulatur während 5-Minutenrast, habe 1 Liter davon dabei, Getränke insgesamt etwa dreieinhalb. 8:24 Uhr, Schloss Rosenstein, alle Hügelanstiege hinter mir. 8:38 Uhr P1170592Wilhelma, leichter Schneefall. Durch den Eingang in den Tierpark sehe ich fröstelnde Flamingos beim Ausdauer-Teststehen „Einbeinmeeting“ im Teich. Wäre gesünder für sie, die wandern gleich mit! 9:18 Uhr Cannstatter Viadukt unterwandert, gleich danach 13 Minuten Rast auf Bank kurz vor Münster. Den Schaft muss ich hier neu und besser anziehen. 10:56 Uhr Gasthaus „Keefertal“ bei 7,6 km. Das könnte schon ein Drittel sein. Inzwischen wurde der Schnee „wärmer“ und der Wind kälter.

P1170596Teil 2: Am Neckar weiter bis Remseck-Neckargröningen, Endhaltestelle, 7,8 km.

11:05 Uhr Neckar-Hängebrücke bei Mönchfeld, nicht mehr weit zu der hohen P1170600Pappel, hier darf ich nicht hängen bleiben. 15 Minuten Rast auf der Bank darunter, immer auch mit Energiedrink. 11:51 Uhr Schleuse Hofen. Zum Damm neben Mühlhausen. 11:07 Uhr Vier-Burgen-Steg, P1170603Wechsel zur östlichen Flußseite, Wolkenlücken mit Sonnenscheintest. 12:57 – 13:24 Uhr Rast bei der „Landungsbrücke“ Fellbach bei Km 11,9. 3. FitnessDrink usw. 14:20 Uhr Km 14 bei Schleusenbrücke P1170607Aldingen erreicht. Wieder westliche Neckarseite. Das Stück Neckardamm, auf dem am 3. Oktober 2007 bei Endhaltestelle U14 Remseck meine Prothesenwanderungen begannen. – Für die Strecke, die ich heute bis P1170611hierher gelaufen bin, brauchte ich damals sechs Wanderabschnitte. Und bis zur Wilhelma, das Foto mit der roten Mauer, war es in umgekehrter Richtung auch etwa der gleiche Weg. – Hier 24 min Rast von 14:46 – 15:10 bei Km 15,4. Leichter Regen.

P11706213. Teil bis Ludwigsburg Marbacher Straße (geplant), geändert nach Ludwigsburg Hauptbahnhof

Kurz nach Neckargröningen schwenke ich ab vom Neckardamm in Richtung Stadtmitte P1170622Ludwigsburg (noch über 8 km), bessere Verbindung nach Hause, am Sonntag. Also doch nochmal Anstieg, über eine Stunde. 17:10 Uhr vor Oßweil Schaft neu angezogen. 17:20 – 17:31, 4,8 km vor dem Ziel, 11 min P1170625Rast auf Holzkasten in Wiese. Himmel jetzt dunkler, insgesamt zurückhaltende Unanständigkeit des Wetters, meine Stimmung unverändert, eher jetzt etwas beschwingt; ich weiß jetzt, was ich schaffen P1170627werde. Ein einsamer Hof in der Dämmerung, ein Golfclub im blauen Abendlicht gelb angestrahlt, eine nächtliche Allee 1,8 km vor dem Ziel, einsame Vorortstraßen, die Stadthalle, ich überquere die B27 und bin auch bis zuletzt ziemlich vereinsamt in den feuchten Straßen der Innenstadt. Während der beiden letzten Kilometer merke ich schon die beginnende Ermüdung der Beine.

P117063319:52 Uhr nach 24,4 km bremse ich mich aus am Gleis 3, Ludwigsburg Hauptbahnhof, dem Ziel. Hab ich gewusst aber hätte ich nicht gedacht!

Meine Auswertung:
Ich will wissen, wie sich die drei Teile zueinander verhalten, bezüglich Entfernungen, Rastzeiten und Gehzeiten.

– Gesamte Rastzeit: 105 Minuten bzw. 1,75 Std.

– Gesamte Wanderzeit: Von 7:24 bis 19:52 Uhr unterwegs, das sind 12,5 Stunden. Abzüglich Rastzeit verbleiben 10,75 Stunden reine Wanderzeit.

– Gesamtstrecke: Unterwegs per iPhone ausgemessen, zu Hause per Stadtatlas kontrolliert: 24,4 Kilometer.

– Gesamt-Wandertempo:
Gesamtstrecke geteilt durch Wanderzeit: 24,4:10:75 = 2,27 km/h

Wanderdaten Teil 1:
Km: 7,6 (2 leichte Anstiege)
Zeit: 7:24 – 10:56 = 212 min minus 18 min Rast 194 min = 3,23 Std. Gehzeit. Km/h: 7,6:3,233 = 2,350 km/h

– Wanderdaten Teil 2:
Km: 7,6 bis 15,4 = 7,8 km (eben)
Zeit: 10:56 – 14:46 = 230 min minus 42 min Rast = 188 min = 3,13 Std. Gehzeit. Km/h: 7,8:3,133 = 2,49 km/h

– Wanderdaten Teil 3:
Km: 15,4 bis 24,4 = 9,0 km (etwa zur Hälfte leichte Steigung, zuletzt eben Zeit: 15:10 – 19:52 = 282 min minus 11 min Rast = 271 min = 4,52 Std. Gehzeit Km/h: 9,0:4,516 = 1,99 km/h

Teil 3 war der längste und schwierigste. Die längste Steigung über 4 km, die kürzeste Rast, 2 km Dunkelheit, die restliche Tagesenergie.

Erkenntnisse daraus:
Keine Angst vor Entfernungen, Ausdauer und Anstrengungen mit Prothese, wenn man Kondition aufgebaut hat. Der Muskelkater am nächsten Tag ist der Beweis einer positiven Auswirkung. Berechne ich den etwa doppelten Energieverbrauch mit Prothese, könnte ein Zweibeiner mit der gleichen Energiemenge Marathon schaffen. Eine Überanstrengung habe ich nicht festgestellt. Am Limit war ich damit nicht.

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Den Winter genießen

Den Winter genießen

Sicherheit mit Prothese durch eigene Erfahrung

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Wenn es schneit, bleibt man möglichst drinnen. Es ist glatt. Man könnte ausrutschen! Viiiiiel zu gefährlich! Also kein Wintererlebnis! Sind die Winterfreuden von anno Ehemals vergessen? Würde man einen verschneiten Winterwald nicht mehr schön finden? Man hat gutes Schuhwerk, könnte den warmen Kragen hochschlagen gegen den eisigen Ostwind, die Camera nicht vergessen, denn es ist purblauer Frosthimmel.

Genau so ist es heute. Rucksack gepackt; ich möchte dieses Erlebnis bis zum Nachmittag auskosten. Habe ich das Laufgefühl auf glatten Flächen nicht etwa verlernt über den Sommer?

Ich weiß noch, dass mich diese Befürchtungen auch fast
zurückgehalten hätten. Doch dann sagte ich mir, wie willst du das wissen, wenn du es nicht probierst? Ich bin sehr froh über diesen ersten Prothesen-Test auf der Albhochfläche, bei einem ebenso herrlichen Tag!

Am Parkplatz gerate ich auf diese festgefahrenen Schneereste. Ich weiß noch, wie ich damit umgehe. Zuerst bleibe ich seitlich im
Schneebereich. Doch bald muss ich zur Wegmitte auf den Asphalt. Ein großer Schritt, mit dem Stock auf dem Schnee drüben abstützen, ohne das Eis berühren zu müssen. Doch nun geht es nicht weiter, ohne das Eis einige Schritte zu betreten.

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Nur nicht über eine heiße Suppe und ein kühles Bier reden, das lenkt ab. Gaaanz laaangsaaam! Senkrecht auftreten! Kleine Schritte! Senkrecht die Stöcke aufsetzen. Nie schräg und mit Körpergewicht auf die Stöcke! Die sind nur zum leichten Abfedern dabei. So kann überhaupt nichts passieren, außer, du bist nicht bei der Sache. Woher sollen auch senkrecht aufgesetzte Beine und Stöcke wissen, in welcher Richtung sie rutschen sollen?

Das ist bewältigt. Viele solcher Aufgaben gibt es nicht. Den Uferweg am Bärensee vermeide ich, viele Füße haben ihn vereist. Unglaublich, wer hier alles ausrutschen will! Sehr leicht ist es dagegen auf den schmaleren Waldwegen zu laufen. Auf Schnee musst du dich schon anstrengen, wenn du rutschen willst!

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Nun bin ich am Genießen. Die Camera bekommt zu tun. Die Fichten haben dicke Polster auf den Zweigen, das alte braune Buchenlaub ist bezuckert. Ein tolles Gefühl, wenn der Wind Schnee in deinen Kragen rieseln lässt!

P1170119Zehn Zentimeter Schneehöhe auf einer Lichtung. Überhaupt kein Problem bei diesem lockeren Pulver! Dann die Saufang-Hütte, trockene Bänke, kurze Rast. Jetzt geht es den steilen und schon schattigen Weg nach Botnang hinunter. Der Schnee knirscht. Ich kann die normale Geschwindigkeit halten. Es will einfach nicht rutschen!

P1170118Erst vor der Stadtbahn-station wurden die Wege von gutmeinenden Anwohnern „geglättet“, weil sie zu oberflächlich geräumt haben. Dadurch erst konnte sich aus den Schneeresten Eis entwickeln. Insgesamt ein Tag, der gern in Erinnerung bleibt. Ich habe zusätzlich profitiert: Die Angst verloren und neue Sicherheit gewonnen!