Monatsarchiv: November 2013

Aufbauwanderung

Von Ehningen nach Gärtringen am 26.11.2013

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Diese Aufbauwanderung ist eine aus einer ganzen Reihe seit der operativen Verschmälerung meines letzten großen Zehs. Der Zehennagel war seitlich eingewachsen, oft sehr unfreundlich zu mir und mimosenhaft sensibel. Nun wandere ich systematisch immer etwas weiter oder gehe ergänzend öfters raus. So erreiche ich noch im Dezember meine gewünschte Kondition.

Seit der Tageswanderung von Weissach nach Weil der Stadt am 31. August kam bisher noch keine Tour über 10 km zustande. Entzündungen, Vorbereitungen für Veranstaltungen in Duisburg und Ruhpolding, das dortige Prothesencamp, eine OP an der großen Zehe und der Wechsel zu einem neuen Prothesenschaft – alles wichtig, aber Ursachen für einen schleichenden körperlichen Abbau.

Gegensteuern!

Ich merke es, viel schaffe ich derzeit nicht, etwa 5 km bekomme ich hin. Nur wenige Male seit September, diese Größenordnung. Und mir fallen meine Altersgenossen in den Straßen auf, die 60- bis 80jährigen. Was das Laufen doch sichtbar für Mühe macht, mit oder ohne Behinderung! Bereits die täglichen Besorgungen sind oftmals schon zu viel. „I werd halt älter, was willscht da mache!“ Die landläufigen Ansichten.

Was man da machen kann? Ich laufe sonst ja schon etwas mehr. Aber ich will nächstes Jahr noch etwas zulegen. Weil ich gegensteuern will! Verlässlich sollte es werden, sieben Tageswanderungen im Monat, also etwa 90 km. Und Ausdauer einplanen, das ganze Jahr. Der Grund ist klar. Nur das Laufen ist etwas, das ich völlig kostenlos für meine Fitness, Wohlfühlvorsorge und den Leistungserhalt tun kann.

Weiße Spuren

Gestern abend schneite es bereits leicht. Heute, nach der Physiotherapie, fahre ich gleich weiter, hinauf nach Ehningen – noch mit dem alten Prothesenschaft. Vielleicht das letztmals mit diesem. Südwestlich finde ich einen schönen Weg, der in einem weiten Bogen nach Gärtringen führt.

P1200165 Gleich nach der Scheune erhalte ich den Weitblick über die Felder. Das ist eine wunderbare Stimmung, die dünne Schicht des ersten Schnees, die winterliche Luft, die dunkle Linie des Schönbuchs vor den Lichtstreifen, die durch die noch geschlossene Wolkendecke dringen.

P1200182Die dünne Schneedecke wird nicht lange halten. Die Sonne kommt verstärkt durch. Am höchsten Wegpunkt, am Waldrand, wartet eine weiße Bank auf mich. Die nassen Flocken schiebe ich weg und nutze meine gerollteP1200215 Sitzunterlage, lieber doppelt zusammengelegt diesmal. Und lass‘ es mir schmecken. Noch warmer Tee auf kühlem Grunde.

Eine Menge schöner Bildmotive finde ich am Weg aufgereiht, an den Waldrändern und in den Streuobstwiesen. Ein Rest von Herbst und eine Spur von Winter. Von mir aus kann der Winter richtig kommen.

Dann erreiche ich auch schon die Siedlungshäuser von Gärtringen und die S-Bahn-Station. Die heutigen 5,5 km nützen meinem weiteren Aufbau. Es ist so einfach. Ich muss es nur wollen – leicht steigendes Training, etwas Regelmäßigkeit, und ich fühle mich wieder besser, jedes Mal!

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