Monatsarchiv: Dezember 2014

Wanderspirale 2014 – Rückblick und Danke!

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Für mich ist das absolut nicht selbstverständlich, was das Resultat aus 2014 – dem mehrmaligen Umrunden meines Bettes – in Bezug auf mein Wohlbefinden betrifft. Für mich selbst ist wichtig, richtig zu verstehen, was die Gründe dafür sind.

Zuerst möchte ich mich bedanken bei den Freunden, die dazu bereit waren, ein- oder mehrmals mitzuwandern.

03-P1220254Alfons. Nennt sich „Grenzgänger“. Begeisterter Wanderer auf langen Routen, z. B. „Grünes Band“. Perfekter Helfer am PC! W19 und W61.

 

02-SAM_0053Carola. Meine liebe Tochter. Über ihr Mitgehen zusammen mit Gundula habe ich mich besonders gefreut! W43.

 

01-P1210655Frieder. Er war der erste Mitwanderer, schon im kühlen Februar. Wäre wohl gern nochmal mitgekommen. W12.

 

05-P1040873Gundula. Ihre Entdeckungen in der Natur haben mich fasziniert. Kein Weg war ihr zu schwierig! W22, W34, W43, W46, W67.

 

06-P1030952Helen. Meine liebe Enkelin.
Wirklich schön, dass sie mitgehen konnte! Nur das Wetter stimmte nicht W58

 

04-P1000055Helmut. Wandert auch selbst gern ums Haus herum. Der einzige Beinamputierte, der mitgegangen ist. W29, W42, W48.

 

07-P1010014Tabea. Enkeltochter meiner zweiten Frau aus deren erster Ehe. Wir hatten einen der längsten und schnellsten Wege. W35.

 

Auch andere Personen wollten gern mal mitwandern. Ich würde mich sehr freuen auf eine Möglichkeit in 2015?

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Mein Verlauf der Wanderspirale war nur mit dem Bewusstsein der langen Ausdauer möglich. Bereits die Planung war es erforderlich, für lückenlose Beständigkeit bereit zu sein. Natürlich auch auf der Grundlage des relativ vernünftigen Lebenswandels – was ich tue und was nicht.

Alle energieverschwendenden Tagestouren, über zufallsbedingte Gelände, wie sie durch die Spiral-Route entstanden, erforderten immer rechtzeitig vorher das gezielte Auftanken von Mikronährstoffen. Verstärkt durch den mit Oberschenkelprothese auf einer Tagestour nahezu doppelten Energieverbrauch.

Deshalb bin ich geradezu begeistert über die Wirkungsweise meiner „mitgewanderten“ Nahrungsergänzung. In Minutenschnelle und zuverlässig, immer genau dann, wann es erforderlich wird, bringt sie mir die Fähigkeit durchzuhalten und Ziele zu erreichen.

Dieses Konzept Anstrengende Mehrbewegung in der Natur plus gezielt angepasste Ernährung plus gute Entspannung hat sich wieder bestätigt.

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Auch die Zahlen während des Jahres zeigen das. Sie haben mir als unverzichtbare Kontrolle geholfen, die Beständigkeit beizubehalten.
• 19 Wanderungen außerhalb der Spirale über 178,9 km
• 78 statt 77 Spiralwanderungen über 995 statt 1000 km
• Gesamt-Kilometer 2014: 1173,9
• Gesamt-Kilometer seit 3.10.07: 6823,9
• Schönstes Wegstück: Der Windbruch, W67

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Weitere Angaben dazu:
• 78 W. von Start bis Ziel: 663 Stunden / pro Tag 8,5 Std.
• Die längste Wanderung: W22 Liebenau bis Böblingen über 11,5 Std.
• Gesamt-Rastzeit: 116 Std. / pro Tag 1,5 Std.

• Reine Gesamt-Laufzeit 78 W: 442 Std. / pro Tag 5,66 Std.
• Die längste Tageslaufzeit: W13 Sielmingen bis Musberg über 501 min
• Die weiteste Wanderung: W77 Nufringen bis Althengstett über 19,1 km

• Gesamt-Höhenmeter: 15647  (Mt. Everest 8844 / Zugspitze 2963)
• Die meisten Meter Anstieg: W30 ab Geradstetten: 387 / Tagesdurchschnitt 200 m

Am Beginn hieß es: „Wandern für einen guten Zweck“. Das Kinder- und Jugendcamp des Bundesverbandes für Menschen mit Arm- oder Beinamputation e.V. (BMAB) in der Wedemark im August 2015 sollte unterstützt werden. Eine äußerst wichtige Veranstaltung! Der leider nur einzige erschienene Presseaufruf in den Stuttgarter Nachrichten sowie die vielen privat verteilten Visitenkarten brachten leider kein Ergebnis. Dabei könnte es jedem einzelnen ebenfalls passieren – morgens wacht man auf, und…..

11-P121089608-P1100202Mein Konzept führe ich 2015 weiter mit „Spirale 15“ und „Highlights 15“. Die Ziele sind unvergessliche Naturerlebnisse, Erhalt der Leistungsfähigkeit und bleibendes Wohlbefinden durch mindestens 800 Wanderkilometer.

Danke an alle Beteiligten!
Roland

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W78 Althengstett bis Simmozheim

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02-P1050785Der erste Schnee des Jahres auf der letzten Tagestour des Jahres! Zehn km fehlen mir noch. Wie hoch sind die Flocken inzwischen gestapelt auf den Höhen außerhalb? Wird der Prothesenfuß den Schnee zerteilen können oder wird er ausgebremst? Bedenkenschlepperei ist schwerer als ein praller Rucksack auf dem Rücken!

Leichter Schneefall am Start. Vorbei am Bahnhof, schade, dass die Bahnlinie nach Calw eingespart wurde. Kritisch sind die Fußwege und Strassen im Ort, entweder glatt oder vereist. Die B 295 nach Calw muss noch überrutscht werden, danach erreiche ich endlich die normale Schneehöhe von etwa 20 cm Einsinktiefe.

03-P1050791In den Fahrspuren sind Trittflächen, unter denen ich eisigen Harsch spüre. Das Schneepulver schiebe ich mit dem Prothesenfuß problemlos beiseite, trotz der leichten Steigung. Aber mehr Anstrengung als ohne Schnee ist dabei.

04-P1050792Die Buchenzweige des Waldes tragen noch die Last des braunen Laubes, mit mehr Auflagefläche für Schnee. Das vermehrte Gewicht biegt sie weit herab. Ich entlaste einige mit dem Stock. Sie schnellen wieder hoch, 05-P1050794werfen dankbar den Schnee auf mich und nicken zustimmend.

Wind fegt durch die Wipfel der hohen Bäume. Mit vielen Schneefladen schweben auch Flockenstaubfahnen herab. Jetzt weht 06-P1050796Westwind auch die dichten Miniflocken entgegen. Im Gesicht prickelt es. Da vorn ist ein heller Streifen hinter den Bäumen, die Straße nach Neuhengstett und Calw.

„Ich steige das Monbachtal empor. 07-P1050801Komme nach Neuhengstett, entlang der langen Hauptstraße. Meine Blase drückt, drückt, drückt. Jedes Gasthaus, sie stehen hier beidseitig eines am anderen, in dem ich dringend einkehren möchte, alle haben blöderweise geschlossen…“ Das könnte der Bericht sein über einen Traum, den ich in der BGU-Klinik hatte. Am Ende der fünf Kunstkomawochen im August 2006, nach der Amputation. Sehr genau erinnere ich mich daran.

Die B 295 drückt mich in die Querrichtung. Sie liegt eine Waldetage tiefer, der Weg hat sich parallel gebogen. Bald geht er heftig runter. Da, die abschüssige Unterführung. Der Pulverschnee versteckt die schräge Eisschicht. „Dalegsdinieder“ denke ich, als ich wieder aufstehen will. Das geht üblicherweise langsamer als das Hinlegen. Da aber rechts ein schmaler Fußweg eisfrei angelegt worden war, geht es nun weiter zum Rand von Simmozheim. Dahinter bauen sich die nächsten Gäuhöhen auf, am Rand mit vielen Kiefern bestanden. Breit davor die Siedlungen des Ortes.

Halb verwehte Fußspuren. Beginnen ganz plötzlich und hören genau so wieder auf. Wie kann das gehen? Doch ich muss mich weiter konzentrieren. Das Licht aus der gleichtönigen Wolkendecke ist hier auf dem verwehten Weg so verteilt, ohne jeden Kontrast oder Schatten, dass sich die Orientierung so verflüchtigt und alles nur noch weiß, weiß, weiß ist.

08-P1050803Die Schritte werden langsamer, noch vorsichtiger, fallen immer schwerer, als hielten mich stramme Gummibänder zunehmend zurück. Hier müsste doch irgendwo… Doch erst noch weiter vorn an der Waldecke steht sie, die vermutete Bank, tief weiß geschmückt, dekoriert mit einer leeren Weinflasche. Also auch andere Leute sind begeisterte Naturliebhaber!

Eine gute Weile sind sie nützlich, meine beiden Sitzunterlagen. Bis ich erspüre, dass es von unten her eventuell Eiszapfen bilden will. Weiter bitte, bevor die Hose anfriert! Aber meine Köstlichkeiten schließe ich noch ab mit einem der hervorragenden Nürnberger Lebkuchen, die mir Tochter Carola zu Weihnachten bescherte.

Nur noch ahnungsvolle drei Prozent glaube ich anfangs vom weiteren Weg zu sehen, der sich hier irgendwo unter der weißen Hülle weiter windet. Ist doch egal! Weg ist dort, wo ich hintrete! Hin und her unter Obstbäumen. Fersenrutsch vermeiden am Abhang der Wiese! Der danach erreichte Weg im flachen Tal bietet wieder Eis an. Doch weder Schoko, Nuss noch Stratiatella haben die hier!

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Da muss ich schon mal überlegen. Wenn ich jetzt, gegen bald dreizehn Uhr, erst vier-komma-ix km leisten konnte, ist es bei neun km dunkel. Und habe, vermutlich, noch nicht mal Münklingen erreicht. Dafür aber weiterhin kontrastlose Schneewüste mit kontrastloser Verfinsterung. Das klappt nicht wie gewünscht! Das Ziel ist bereits hier. Aber ein sehr erlebnisreicher und besonderer Halbtag war es, das letzte Stückchen!

Auf einem der eisigen Simmozheimer Fußwege wird Sandstreu verschwendet. Ein Schulbub mit einem großen Eimer geht rückwärts vor mir her. Er grinst, denn er merkt wohl, dass mir das gefällt. (Sollte er mir nicht Blumen streuen, Eisblumen heute09-P1050804, weil ich das Jahr doch mit Ausdauer und klasse Gesundheit geschafft habe?). Um ihn nicht nervös zu machen, gehe ich sehr angepasst grinsend gemütlich hinter ihm her.

Die Hauptstraße noch. Da unten bei der Kirche muss die Bushaltestelle sein. Überall langsam bitte, denn überall kannst dich hier wieder niederlegen! Ich schau auf den Fahrplan. 12:45 Uhr kommt der Bus. Also in vier Minuten. Ich drücke die Aus-Tasten der beiden Routenaufzeichnungen und schließe damit die „Stuttgarter Wanderspirale 2014“ ab.

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Natürlich hat das Jahr noch zwei Tage. Ich könnte also die restlichen km noch nachschieben. Was habe ich denn eigentlich heute? Naja, 5,2 km. Das sind gesamt 995 km. Was soll’s! War ja nur Training für die „Spirale 15“! Die zwei Tage mach ich’s mir gemütlich! – Da kommt der Bus.

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Wanderspirale W77, Nufringen bis Althengstett

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02-P1050696Für zwei mal „W“ noch 30 km. Etwas knapp! Eigentlich wäre die „W77“ die letzte „W“ gewesen. Mal sehen, wohin ich heute gerate, Dachtel oder Gechingen? Dunkelheit und Stille in Nufringen. Frisch, aber nicht winterlich. Die Helligkeit im Osten beginnt. So schnell geht das, am Ortsrand mache ich schon die ersten Bilder. Weihnachtsbaum vor Morgenhimmel.

03-P1050697Drei Frauen überholen mich. Neugierige Frage, wo ich jetzt schon hin will. Ich bemerke, dass sie ja auch schon vor dem Aufstehen unterwegs sind und sicherlich auch einen Grund dafür haben werden. „Mir send halt Hausfraue, vorem Frühstück walke, da isch halt dr Tag net so zerhackt!“

04-P1050701Im Wald höre ich zwei Schüsse. Hoffentlich verwechseln die Jäger mich nicht mit Schwarzwild bei meiner Anthrazitjacke. Ab dem Waldrand im Norden geht ein Fahrweg neben der Straße. Falls ich jetzt endlich irgendwas zum Sitzen 06-P1050713finden könnte, nehme ich es wahr, und wenns bequem sein sollte. Als der Weg nach langer Steigung abbiegt, steht da wieder wie bestellt eine Wunschbank, hier mit Aussicht nach Deckenpfronn.

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Seitentäler der Würm. Auf und Ab. Heute möchte ich Gechingen erreichen. Hatte bereits eine ungezügelt frühe Anfahrt. Ich versuche also auch flott(er) zu laufen. Die Drinks schneller umzurühren. Kürzer zu Rasten. Abwechselnd nur drinkzurasten mit paar eingeweichten Bissen. Aufzubrechen während ich noch kaue. Als ich Punkt 12 Uhr, also fünf Stunden nach dem Start und fünf Stunden vor der Fünf-Uhr-Dunkelheit, schon über zehn Ka-Em verzeichnet habe, merke ich, das zahlt sich aus. Dann bremst mich mal der zweite Anstieg aus, steil, aber gerade. Nicht stehen bleiben, durchziehen!

09-P1050729Zusammengebrochen und perfekt bemoost. Niedrig, schief, feucht, wie sich das für Moos gehört, und bequem wie noch nie! Dabei stabil. Eine Bank oben an der Höhenkreuzung, von der Wanderer träumen, wenn auch 10-P1050730lehnenlos. Wozu brauche ich eine Lehne, wo ich mich doch beim Laufen immerfort am Rucksackgestell anlehne! Weiter geht’s, die Deckenpfronner Planie wieder nördlich runter.

Gechingen, gleich nach dem nächsten Hügel und es ist erst vor Zwei. Um diese Zeit und bei diesem Wetter hört doch keiner auf! Was gibt’s hier noch im Angebot? Althengstett heißt das neue Tagesziel. Doch vorher steht da noch eine hölzerne Volks-Bank am Wege, nicht schön und bemoost, dafür aber Blau mit Orange. Besser als nichts für den Nachschub. Denn gleich danach fordert der vierte Anstieg neue Energie.

Das Trinken ist heute sehr wichtig. Anorak mit Unterjacke. Ständig schiefe Ebenen mit flottem Schritt. Es wird warm und das Schwitzen wird permanent. Aber die Innenjacke ziehe ich erst nach Gechingen aus, als sich die zwischenzeitlichen Wolken verziehen und echte Sonnenwärme den kalten Wind ablöst.

12-P1050759Oben ein Schutzgebiet mit den hier üblichen kleinteiligen Flächen. Heckengäu-landschaft. Einige Matschstellen. Ranken mit Dornen. Man sollte immer eine Gartenschere dabei haben. Aber eine besondere Landschaft, die ich besonders mag. Nachmittagslicht. Unter 13-P1050767Kiefern eine letzte Rastmöglichkeit. Die Sonne glitzert zwischen den Zweigen durch und zaubert Prismenfarben in mein Bild.

Bekomme ich noch ein Abendrot-Sonnenuntergangs-Motiv? Ich spurte wie mit Düsen ausgestattet den Berg hinunter, um aus dem Waldschatten zu kommen. Unten, hinter der 14-P1050782Fahrstraße, leuchten die Bäume des gegenüber liegenden Hanges rötlich. Als ich noch rechtzeitig dort bin, wird das leider nicht so attraktiv wie erhofft.

Noch eine kleine Dosis Abendlicht liegt auf dem Kirchturm. Die Haltestelle der Busse nach Weil der Stadt finde ich gleich neben der Kirche. Über das Ergebnis heute bin ich froh, denn jetzt wird mein Spiraltour-Abschlussfoto auf der W78 wohl noch im Hellen machbar sein.

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Km heute: 19,1
Km gesamt: 989,8

Wanderspirale W76 Kayh bis Nufringen

 

1-P1050651 1-P1050654Unsichtbares Eis auf dem Asphalt. Der schmale Weg ist steil. Hinter mir Sonnenaufgang. Zwischen Wiesen hinauf zum Grafenberg. Dann ein schöner Hangweg, halbe Höhe. Jetzt viele Stufen im warmen Licht der ersten Wanderstunde…

Das sieht zuerst gut aus. Die unteren Stufen sind weit auseinander gesetzt, besitzen einen stabilen Betonsockel und das Gras dazwischen verhindert den Schlamm. Ab dem Waldrand waren andere Treppenkonstrukteure am Werk. Meine Schätzung, 2-P1050656weit über 100 „kunstvoll“ gesteinmetzte Meisterwerke. Also, einfach mal probieren! Bald merke ich aber, so richtig rutschfest und schwungvoll hoch ist das hier nicht. Grob behauener Stein, ungleichmäßig gesetzt, schief abgesunken, voller halb zersetzten Laubes, schmale Trittflächen.

3-P105066317 Stufen schaffe ich. Dann bekomme ich nicht genügend Stand. Und der nächste „Felsen“ ist besonders hoch und oben drauf zu schräg. Sieht im Bild eigentlich zu einfach aus. Im Krebsgang ziehe ich mich vorsichtig zurück.

4-P1050665Der Hangweg des Grafenberges, weit über der schiefen Ebene, geht in meiner Richtung weiter. Dicht unter mir liegt nochmal Kayh mit dem spitzigen Kirchturm in der Morgensonne. Durchs obere Mönchberg steige ich jetzt über seinen Bergsporn vollends hinauf. Von der Bank unterhalb des oberen Weges aus erkennt man Herrenberg und die markante und massige Stiftskirche, die immer so wirkt, als rutsche sie gemütlich den Hang hinunter.

Leicht gewellte Waldstraßen. Die anfänglichen Sonnenstrahlen sind leider vorbei. Wieder habe ich viel Zeit verloren. Zuerst klappte der Anschluss nicht, dann ein versperrter Privatweg, die umsonst erstiegenen Stufen, zwei Unterhaltungen, das summiert sich.

6-P1050680Ich stehe auf der Autobahn und keinen juckt’s. Kein Wunder! Die sehen mich nicht, weil ich mich auf dem Waldweg über dem Tunnel befinde. Und hier ist auch ein Baumkletterpfad mit allen Raffinessen und „Tarzansprung“. Doch 8-P1050683niemand ist da, um klettern zu lassen. Ich hatte ja schon mal die Treppe! Der weite Blick über das Gäu, soweit runter klettern muss ich nachher nicht. Bestimmt für alle Kinder zum Klettern liegt da ein alter Baumriese. Brüchiger, als 7-P1050685dieser Stamm zusammengebrochen, ist eine Hütte, die nur noch vom nachgewachsenen Gebüsch vom undefinierbaren Bretterhaufen abgehalten wird.

In zwei Abschnitten geht’s runter vom Schönbuch, vorbei an einem interessanten Aufbruch mit Braunem Mergel. Auf der Geländestufe sind weite Wiesen. Dort finde ich in einer Waldecke eine saubere Rastbank, so richtig geeignet zum Unterkühlen. Alles geht deshalb schneller als zumeist, denn der Wind bläst, wie sich’s zum Ende des Herbstes gehört.

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Die geplante Strecke ist noch weit, wenn ich an Nufringen einmal vorbei bin. Vermutlich würde ich dann bis Deckenpfronn kommen und sicher in die Dunkelheit. Doch nur ein Stück weiter rechts ist die S-Bahn-Station.

Km heute: 9,3
Km gesamt: 970,7

Wanderspirale W75, Entringen bis Kayh

01-P1050627Ein leichter Regen. Der Bus kommt etwas zu spät. Sturmschritt zum Zug Richtung Singen. Aufatmen, geschafft! Flotte Anfahrt heute, nur zwei Halte bis Herrenberg. Dann noch der Bus…

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Immer noch leises Nieseln. Der Himmel geht in tiefes Blau über, wird schnell heller. Der Anstieg zielt in den Einschnitt zwischen zwei dicken Bergnasen. Dort oben, neben den Sportheim, nehme ich den Wanderweg, denn er ist kürzer. Stellenweise aber auch steil, es rutscht gelegentlich. Oben lenkt die weite Landschaft den Blick nach Südosten. Die Talnebel modellieren die Landschaft in deutliche Formen. Vor dem Schönbuchspitz steht rechts oberhalb des Pfades eine Bank. Nicht 03-P1050596erreichbar wegen einer zu hohen Steinstufe. Ein bankförmiger Stein, lehnenlos, dient kühl als bequemer Ersatz.

 

Echte Dresdner Stolle, gestern von Ilo überreicht, der lieben Frau von Joachim, Kegel- und Skatfreund, Zigarren-, Wein- und Pulverliebhaber, begnadeter Taxifahrer; er wurde ebenfalls in Dresden „gebacken“, nur ohne Puderzucker. Für ein solches Backwerk könnte man schon seine letzten Goldreserven lockern. Danke euch beiden, da sollte man gleich nachbestellen! Als Parallelgenuss die Aussicht in den Keil zwischen Alb und Schwarzwald, deren Höhen gut erkennbar sind, über dem Neckartal und weit hinter den Gäuflächen.

05-P1050608Das ist heute die erwartete schönste Schönbuch-Randwanderung. Ist es ja auch, bisher! Dann ein Wegstück vom Allerfeinsten! Löcher, Rinnen, durchwühlter Boden, dicke Schichten von braunem Laubmatsch, in voller Breite zubereitet. Mindestens 100 Meter sind das. Nur der Wald selbst gibt mir eine Chance, nicht schon sofort zu versinken. Zwischen finger- und ärmchendünnen Bäumchen winde, drehe und schiebe ich mich in kurvenreich durchs Gehölz. Zurück auf dem Weg mit tiefgründigem Charakter denke ich zuerst, jetzt hab ichs. Nein, nein, Genuss darf nie zu kurz sein, jetzt geht es ähnlich schlumpatschig weiter. Manchmal existiert sogar ein Pfadstück, jedoch schräg, schmierig, von nassen Wurzeln durchzogen. Da braucht man nicht auf Glatteis zu warten. Seitliches Ausweichen, gezieltes Auftreten ist das Gebot! Nur langsamst bitte, dann gibt es die Hoffnung durchzukommen. Als sich der Wald wieder senkt, wird plötzlich der allerschönste Lieblingsweg daraus, leider nur kurz. Vor dem Querweg noch eine Abkürzung, direkt durch dichten Wald, über einen liegenden Stamm, unter tief ragenden, stacheligen Zweigen, um nicht zuletzt doch noch „tiefzufliegen“.

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Der Querweg geht ins Tal oder in die Gegenrichtung. Geradeaus also weiter, wie bisher, nochmal ansteigend und noch einmal das selbe Spiel, ebenso weit. Jetzt zur Abwechslung eine ausgespülte Rinne. Das steigt sich schwieriger, weil die Stiefel schlecht reinpassen. Tief hinein in triefendes Laub, hochgedrückt wird Schlammwasser. Flache Schuhe wären jetzt ersoffen! Seitlich ist alles oft ganz schräg, schlüpfrig und haltlos. Nur Ruhe bewahren! Schritt für Schritt abstemmen, sichern. Nach 80 Minuten unterhaltsamstem „Wanderns“ auf 1200 Meter Länge begrüße ich freundlich einen festen Fahrweg. Die Schuhe besitzen nun „Schlammwasserstandsmarkierungen“.

Auf dem Waldweg, der um den Einschnitt einiger Bäche und Rinnen im Schönbuchhang herumführt, brauche ich im Vergleich nur 30 Minuten für etwa dieselbe Entfernung. So erreiche ich nun flott eine Hütte und einen verlassenen Rastplatz, der sich dahinter versteckt hält, inmitten einer sich verwildernden Wiese.

07-P1050620Die Bänke und Tische sind bereits von der Natur erobert worden. Blätter, Moos und andere herbstliche Reste sind darauf verstreut. Ich gebe noch die Schalen dreier Mandarinen dazu. Den Rest versenke ich in mein Müsli. Der nächste Abschnitt, eine schnurgerade Waldstraße, geht direkt auf Kayh zu. Frisch gefällte Bäume liegen seitlich. Eine alte Sandgrube zum ehemalige Abbau von Sandstein, jetzt zugewachsen. Am Waldparkplatz überlege ich: Noch hinauf zum Grafenberg oder gleich zum Bus? Ganz klar, der Bergpfad wäre zu zeitaufreibend. Denn ich habe einen Termin. Um 17 Uhr 08-P1050636wird in Böblingen-Hulb mein Beinrest zum Leihstumpf!

Die Straße bricht sich durch die Gesteinsschichten hinunter zu den Wiesen. 09-P1050643Am Waldrand steht die ideale Aussichtsbank. Ein Highlight jagt heute das nächste! Zuerst Aussicht mit Stolle, dann der köstlichste Matsch, danach die Müslimahlzeit und jetzt? Die Reststolle mit neuer Aussicht. Aber nun zum Bus am Kayher Rathaus!

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Wirklich, mein Beinstumpf ist jetzt doppelt wichtig! Ein Kollege meines Orthopädietechnikers bereitet sich auf seine Meisterprüfung vor. Der Gipsabdruck eines Prüfungsschaftes wurde bereits angefertigt. Nun muss er üben was der Stumpf hält, und das wieder am lebenden Modell.

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Km heute: 10,4
Km gesamt: 961,5

Wanderspirale W74, Lustnau bis Entringen

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02-P1050487Morgens mit dem Bus nach Tübingen. Von Leinfelden, wenn es noch dunkel ist. Bei Steinenbronn zeigen sich helle Stellen. Am Hasenhof liegt ein helles orangenes Band wie ein Keil auf dem östlichen Horizont. Ob der noch breiter wird? Die 03-P1050499Wiesenhänge vor der Kälberstelle sind weiß von Reif. Bei Bebenhausen wird die Wolkendecke zu rosa Wollknäueln. Es entwickelt sich ein herrlicher Morgen…

04-P1050514Gleich beginnt es mit einem heftigen Anstieg hinauf zum Wasserkraftwerk „Auf dem Sand“. Seit langem mal wieder begleiten mich einige Sonnenstrahlen. Blicke zur Alb und zum Tübinger Osterberg, der durch die Ammer vom Schönbuch abgetrennt wurde. Die Route schneidet heute die Hänge im Tübinger Stadtgebiet an, also gleich wieder runter und nach dem Nordring wieder hoch zum Max-Planck-Institut.

05-P1050518Die Bank im Parkstreifen kurz vorher ist von einer glasklaren Eisschicht überzogen. Meine Sitzunterlagen, ich nehme heute die gepolsterte unter der ausgebreiteten dünneren Schaumstoffrolle, sind dadurch gut justierbar. Ein Hüftschwung nach rechts, wenn ich was aus dem Rucksack brauche, der soeben vom Sitz rutscht, dasselbe nach links, weil ich schnell wieder zum Trinkbecher will, der das dem Rucksack nicht nachmachen soll. Doch außer dieser guten Unterhaltung freue ich mich auch, dass die Sonne jetzt vollständig blau unterlegt ist und die Gesamtstimmung weiter anhebt.

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Im Bereich des Botanischen Gartens schwirren tänzelnd weiße Punkte um mich. Der Himmel war, unbemerkt von mir, verdunkelt worden; soeben dachte ich noch dass es regnen könnte. Schnell entsteht ein leichtes Schneetreiben.

Nach der Straßenüberquerung gerate ich neugierig in das umzäunte Gelände des Arboretums. Hier sind mehr als 1000 Gehölzarten systematisch angeordnet. Im Navi sehe ich, es gibt weitere Ausgänge. Um die Schilder unter den Bäumen und anderen Pflanzen kümmere ich mich erstmal nicht; der bisherige Weg war bergig und insgesamt zu langsam zurückgelegt. Gartenarbeiter sägen Stämme am Hang unter mir. Doch mein Wunschtor ist verschlossen. Zurück zu den Arbeitern bietet mir der eine sehr bereitwillig die Öffnung an. Sehr freundlich! Besten Dank!

07-P1050528Doch der dritte Anstieg heute ist noch nicht zu Ende. Im Wald steigt es höher an als bisher. Der Schnee fällt weiter. Er erzeugt klirrende Töne auf den Blättern. Eine gleichmäßige Hintergrundmusik. Und auf dem Weg bleibt er sogar liegen. Als ich schon hoffe, oben einen Ski- und Rodelverleih anzutreffen, hört das Flockengeräusch fast schlagartig auf.

08-P1050530In der Waldecke am Heuberger Tor mache ich die Hauptrast. Der südliche Rand des zusammenhängenden Schönbuch-Waldgeländes ist hier erreicht. Diese Bank ist dicht bedeckt mit Blättern, weiß bestreut. Zwischen 09-P1050540den Waldrandbäumen sehe ich den beginnenden Taleinschnittes, der hinunter zur Weststadt sinkt, und dahinter Hagelloch. Schneereste liegen noch auf den kalten moosigen Steinbegrenzungen.

Auch mir wird’s kühl durch und durch. Kaubewegung reicht nicht aus. Also schneller hineingeschluckt, was Energie zurückgibt! Die vor mir liegende Strecke ist fast eben, ich kann mehr Dampf geben und bald sammelt sich angenehme Wärme unter meiner äußeren Hülle.

10-P1050557Neben dem Zubringer zum Schloß Roseck/Hohenentringen nehme ich den weichen Wegboden des HW5. Eine Bank noch vor dem Schloß. Nur wenige Trinkeinheiten und Erdnüsse hier. Eine Infotafel zeigt mir aber, was es mit einem Friedwald auf sich hat. Ein geschützter Platz z12-P1050567wischen Baumwurzeln, sommers das Gezwitscher der Vögel, herbstens das Rauschen der Sturmwinde über dem Bergwald, im Winter sanfte Schneeflocken und später die Waldblumenteppiche, so sind das vielleicht angenehme Gedanken für die Kandidaten und Zurückgelassenen.

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Dort vorn sehe ich die Brüstungsmauer. Blick ins Gäu und zum Rammert. Auch zur Wurmlinger Kapelle, wo mir 2008 die verrückte Idee eines Albaufstieges kam. Alles ist verhangen und wird zunehmend dunkler. Im Sommer ist der Hof voller durstiger Gäste, die vor dem Friedwald noch einige heben möchten. Ein Holzkünstler hat hier eine Ausstellung. Vögel, Vasen, Sitze, Blumenkübel, alles sehr gekonnt und geschmackvoll. An einer Mauer steht ein ungewöhnliches Holzsofa. Doch das hätte schon draußen an der Tafel stehen sollen. Jetzt schnell runter zum Bahnsteig nach Entringen!

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Der kurze steile Pfad ist wohl zu aufgeschlammt durch die vielen Regentage. Der längere hat auch einige Tücken, die Stöcke bekommen jetzt ihren Abendjob. Dunkel wird’s jetzt schnell. Bevor die Lichter angehen, verlasse ich den Waldrand.

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Km heute: 14,5
Km gesamt: 951,1

Wanderspirale W73, Sondelfingen, Nürnberger Straße – bis Tübingen-Lustnau

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Nachdem die beiden letzten Tage problemlos abgelaufen sind, habe ich auf die Reklamation beim Doktor verzichtet. Heute wird der Wettergott, Abteilung Bewölkung, vermutlich auf größere Produktion verzichten. Und ich auch nicht auf den Weg in Richtung Tübingen.

Die erwarteten Wolkenschieber haben verschlafen. Kein einziger Ventilator ist in Betrieb dort oben. Ich laufe trotzdem los. Die Wohnsiedlungen von Orschel-Hagen breiten sich weit aus. Einige Landschaftsreste ziehen sich noch durch oder sie wurden in parkähnliche Streifen zwischen den Häuserreihen umgestaltet. Eine volle Stunde dauert es, bis ich an der B 464 die offene Reutlinger Gegend vor mir habe.

3-P1050460Ein Vogelschwarm fliegt rauschend auf, teilt sich manchmal. Doch dann ist der erste Abschnitt der Felder vorbei. 15 Minuten kurze Rast, wenn hier schon eine Bank steht. Meine Route berührt auch ab jetzt einige Orte in deren Randgebiet: Degerschlacht, Kirchentellingsfurt und Kusterdingen. Eine großflächige Zersiedelung ist hier entstanden, ähnlich wie im Stuttgarter Umfeld. Immer führt mich mein Weg schnell durch die Bebauung oder daran entlang.

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In Kirchentellingsfurt kehrt ein Mann das frisch gefallene Laub zusammen. Spaß machts offenbar, denn auf seiner Seite ist gar kein Fußweg. Allmählich merke ich, ihm fehlt die Stoptaste beim Erzählen, auch nach meiner zweiten Bemerkung zu meiner Planung findet er keinen Punkt. Interessant ist aber, dass er genau weiß, dass ihm Überforderung schadet, dass er sein Wohlbefinden mit sich stufenweise steigernden Anforderungen steigern kann. Und trotzdem scheint er das nicht umsetzen zu können, denn er klagt mir seinen Leistungsmangel. Seit wann hat er ihn wohl schon?

4-P1050463Der untere Waldhang ins Echaztal ist sehr steil. Der Pfad ist asphaltiert, denn er führt zum Bahnhof. Dort nutze ich die metallenen Wartesitze am Bahnsteig zur zweiten kurzen Rast. Einer der in den Plochinger Zug einsteigenden Schüler kuckt mich ungläubig an, weil ich nicht mit einsteige. Heute spüre ich bereits hier die verlorene Kondition der letzten Wochen. Den Muskelkater, am gesamten Oberkörper, bringe ich bereits komplett und vollausgewachsenen mit nach Hause.

5-P1050471Zwei Möglichkeiten ab hier: den linken Berg am Waldrand im Tal umrunden oder direkt auf der Route und kürzer, hinauf zum Rand von Kusterdingen. Ich nehme den Berg, vielleicht bekomme ich Aussicht auf Tübingen. Ein Jugendcamp-Grundstück ist superbunt umzäunt. Ein guter Gegensatz zu den dunklen Grau-Braun-Grün-Farben der zugedeckten Herbstlandschaft.

Als es endgültig wieder runter geht, ist es die Sicht versperrender Wald, bis zur Talsohle. Noch einmal den Neckar queren, dann ein Stück entlang des Ufers am Rand von Lustnau. Lauter eckige, kastenförmige Neubauten. Für viele eine gute Wohllage hier. Mir wäre das hier zu sehr „Stadthmosphäre“! Die Bushaltestelle Stuttgarter Straße wird oft angefahren, schnell geht es ab zum Tübinger Hauptbahnhof.

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Den ganzen Tag über macht die Wolkendecke keinen erkennbaren Mucks. Klarer Fall von Bewegungsmangel!

Km heute: 15,4
Km gesamt: 936,6

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Wanderspirale W72, Metzingen bis Reutlingen Nürnberger Straße

1-P1050411Der gesamte Wanderplan der Spirale hat sich verschoben. Alleine im November mussten fünf Wandertage ausfallen. Die W77 sollte bereits Anfang Dezember sein. Heute fehlen mir noch 88 Kilometer bis zur 1000. Die restlichen sechs Touren müssten also einen Durchschnitt von je 14,66 km haben. Unwahrscheinlich! Nur mit Dusl und Ärgaiz!

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Vor dem Rathaus steht bereits ein hoher Weihnachtsbaum. Metzingen, obwohl gerade sehr diesig, ist für mich wieder eine sehr positive Entdeckung. Aber zu viele Häuser zum Wandern. Nur wenige Stadtsträucher lockern das auf. Erst in der Landschaft draußen gibt’s wieder Landsträucher. In meiner Heimatsprache Sächsisch klingt das anders. Auch die Bedeutung ändert sich deutlich. Und das Wetter außerhalb? Diesig!

4-P1050413Felder, der Weg ansteigend, lange geradeaus hinauf auf die Bäume zu. Dort steht ein Sportheim, auch zwei Bänke unter einem hohen kahlen Baum. Im Sitzen hinaufschauen, das sieht aus, als wüchse er nach unten. Meine Rast dauert nicht lange. Etwas Brot und mein Lieblingsknusperriegel. Mir wurde schon gesagt, der ist mir zu trocken! Also ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie ein eingeweichter Riegel noch knuspern soll.

Über einen nassen Reitplatz ist mir der Weg angezeigt. Der erhoffte Waldweg ist durch einen Maschenzaun versperrt. Zurück, und um das ganze Grundstück herum. Nun habe ich vollkommene Feldwegromantik. Randvoll hochgepfützte Fahrrinnen, breiige Erde unter tropfenden Gräsern. Balancieren am Rand einer Dornenhecke, die meinen Ärmel ergreift.

5-P1050428Im Wald dann eine tiefe Schicht von Buchen- und Eichenblättern. Schön vorsichtig hier, einiges kann darunter versteckt sein. Am festen Waldweg steht ein alter Holzstapel. Ebenso alte 6-P1050433Pilzansiedlungen bewohnen ihn. Vor lauter Knipsbegeisterung übersehe ich die Abzweigung und muss umkehren. Es geht flach abfallend zum Seebach und bald darauf drüben wieder hinauf. Am Waldrand stehen gut verständliche Informationen über unsere Bienen. Übersichtliche Bildtafeln zeigen alles was dazu gehört.

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Ein freier Blick über den nächsten Teil der Route ist jetzt angebracht. Die kleine Störung am Beinstumpf von heute morgen wird unangenehm. Ich werdereklamieren. Beim Dr. W.! Hat er was drin gelassen, als er den Abszess herausholte? Ein kleiner Hügel war ja noch übrig, aber mir scheint, dass er sich zunehmend verknubbelt. Jetzt merke ich, mit Wandern behandle ich ihn nicht liebevoll genug. Ich werde langsamer durch mehr Schonhaltung. So geht das nicht!

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Ich stehe hier an einer Kreuzung der ebenen Wirtschaftswege. Dort vorne stehen halblinks der Route die nördlichen Häuser von Sondelfingen. Ich biege links ab. Und meine schöne Planung? Kannste vergessen!

Km heute: 8,9
Km gesamt: 921,1