Monatsarchiv: Januar 2015

Spirale 15 – S4 Illingen bis Hohenhaslach Allmandklinge

01-P1060200Wer sich über die üblichen Umwege Enkel angeschafft hat, kennt auch die „Babyfeuerwehr“! Diese abendliche Freude kam gestern bei meiner Tochter auf mich zu. Gern verschob ich meinen heutigen Start.

Der Zug aus und nach Heidelberg, der mich in Illingen wieder ausstoßen soll, hat für seine verspätete Ankunft einen anderen, besser klingenden Grund: „Verzögerter Betriebsablauf“. Da kann ja keiner was dafür. Verspätungen bei der Bahn sind oft wie zeitlicher Gummi. 10, dann 10 bis 15, dann 20 Minuten, die Abfahrt liegt bei knappen 29 Minuten. Heute werde ich durch Abkürzungen Zeit einsparen müssen, um trotzdem ans geplante Ziel zu kommen. Also nix mit Umwegen!

02-P1060172Ein Schlammgrundstück zwischen den Häusern von Illingen. Unglaublich! Zwei Pferde stehen apathisch im Matsch. Die Suche nach dem letzten Grashalm wurde längst aufgegeben. Manche Leute können sich einfach nicht in andere hineinversetzen oder sind vielleicht auch zu gleichgültig.

Am Waldrand, nach einer Fünfminuten-Schluckrast, beginnt der wellenartige Anstieg auf den südlichen Höhenzug des Stromberges. Durchschnitten von der eingekerbten Bahnlinie Stuttgart-Mannheim. Die Bewölkung hält heute dicht und hat bereits die letzten helleren Lücken zugezogen.

03-P1060176Alles Weiß der letzten Schneefälle ist schon davongeflossen. Überall wuchern wasserdurchtränkte Moospolster umher. Da drüben auf dem Waldboden stehen 04-P1060190handgroße grüne Gestalten, als versammelten sich Moosgeister zur Besprechung der Eroberung weiterer Wurzeln.

Der obere Weg ist steil und kaum begangen. Tief 05-P1060192ist er in den Hang eingeschnitten. Gekippte Bäume sind zurechtgestutzt, um durchzukommen. An der Bergkuppe steht ein Wurzelgetüm am Rande des Hohlweges. Breit, tief und verflochten greifen die schlangengleichen Finger in die Erde. Darüber steht der „Schreckstein“ wie eine Mahnung, ein Markungsstein.

06-P1060196Sofort senkt sich das Gelände wieder hinein ins nächste Tal. Bis hier hoch eingedrungen in die Einsamkeit sind die schweren Fahrzeuge der Waldarbeite07-P1060197r. Zerstörte Wege, das kennen wir zur Genüge! Gut durchfeuchtet, mit Hölzern aller Art geschmückt, so sehe ich die einzige Alternative zum Tagesziel zu gelangen. Wie üblich gehe ich wegen der 08-P1060198Standsicherheit mit Krebsgang zu Tal. Die Gehstützen verhindern das Wegrutschen der Schuhsohlen, indem ich ihnen so viel wie möglich Belastung zumute. 400 Meter Schlammpiste schaffe ich in stolzen 45 Minuten. Dann steht am festen Waldweg eine hölzerne Sitzecke neben einem eifrig sprudelnden Brunnen. Hier gönne ich mir eine halbe Stunde Rast.

09-P1060202Ab Gündelbach gibt es für mich nur die Straße. So wird der Zeitverlust etwas ausgeglichen. Manche Wiese ist überschwemmt. Spaziergänger-Gespräch: „Was habetse denn in Ihre schwere Rucksack?“ Ich hätte sagen sollen „Einen leckeren Riegel“, doch das hätte den großen Rucksack nicht begründet. „Lauter gute Sache“, sage ich lieber. Das ist nicht so verwirrend. Dann sehe ich links oben die Weinberge von Horrheim und beginne den zweiten Anstieg.

Im Weinberg finde ich nochmal ein schmales Bänkle für eine Zehnminuten-Steh-Schluckrast. Die Weinbergtreppe will ich hoch. Dort arbeiten Winzer an ihren Rebstöcken. Ich hätte gar nicht zu fragen brauchen nach dem Zustand des Höhenweges. Die Eingeborenen kennen zumeist ihre Umgebung nicht so gründlich wie ich mit Hilfe der App im Handy. Doch die schmalen Weinberg-Stufen sind tief eingesenkt, ich komme nicht recht an sie heran. Also einfach den Hang zwischen den Reihen der Weinstöcke hinaufstemmen. Der Boden mit seinen niedrigen Kräutern lässt das Abrutschen nicht zu.

10-P1060207Problemlos sind die weiteren Wege. Einmal stutze ich. Ein langes Holzwesen liegt im Laub auf dem Rücken, die 16 Beine starr nach oben gestreckt, völlig muckslos. Schläft es oder hat es seinen Weg beendet? 11-P1060208Vooorsichtig schleiche ich vorbei. Man kann ja nie wissen, in diesem Waldland voller Überraschungen! Auf der Höhe tauende Schneereste. Der abkürzende Wanderpfad ist in der Dämmerung nicht verlässlich.

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Die Waldstraße ist sicherer. Und nun doch ein deutlicher Umweg. So wird auf dem letzten Kilometer fast noch eine Nachtwanderung aus dem heutigen Marsch.

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Km heute: 16,1
Km gesamt: 55,1

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H1 – Pfaffenhofen

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08-P1100202Samstag

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Alfons hat mich dazu eingeladen, die Innereien meines seit 2010 strapazierten Handys auf ein neues Altes zu zaubern, bei ihm in Pfaffenhofen. Ganz klar, wandern wollen wir auch.

03-P1060125Das Neue ist schon dabei, als wir am 24.1.15 gegen 9Uhr30 am Bahnhof sind. Dort treffen wir Frau Decker, die aus der Ingolstadter Gegend angereist ist.

 

04-Foto 24.01.15 11 54 13Beim Klostergut Scheyern starten wir eine Runde, auf dem bezeichneten Benediktusweg. Das trübsinnige Wetter vertrübt nicht im geringsten meine 05-P106012806-Foto 24.01.15 13 14 19Stimmung, eher schon meine Unbeholfenheit mit der Testprothese. Es geht zwar besser als mein gestern abgebrochener Kurzversuch, aber mein permanenter Disput mit der Fußspitze bringt mich 07-Foto 24.01.15 15 28 38höchstens auf die Hälfte von „Unflott“.

Der langsamen „Raserei“ meiner Vorneweg-Spazierer kann ich kaum folgen und erhasche so nur einzelne Bruchstücke der Unterhaltungen. Einige Bildmotive halte ich unterwegs fest, denn die weiß bezuckerte Landschaft, wie aus einem Bildband für Depressionsfreunde, vergnügt mich wie gewohnt. Fünf Km, und das sogar in drei Stunden, eine reife Leistung!

09-P1060148Der genussreiche Brauereigasthofbesuch im Kloster, eine Kurzbetrachtung des Klosterhofes und eine Streugutkiste mit der Aufschrift „Kartoffeln“ – unsere heutigen abschließenden Highlights und Erlebnisse zur Lebensart in Bayern.

10-Foto 24.01.15 20 07 02Abends dekoriert mich Alfons zur Küchenfee, denn ich bestehe darauf uns einen indisch gewürzten Eintopf zu köcheln.

Km heute: 5,0

 

 

 

12-P1060156Sonntag

Wieder hat es geschneit. Wir fahren zu einem Parkplatz in der Nähe. Der Weg ist abwechslungsreich. Anders als gestern läuft es sich nicht.

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Die vorgesehene Runde von acht km kürze ich ab. Ohne neue spürbare Erkenntnisse über die Laufeigenschaften des Kniegelenkes und Fußes hat diese Mühe im Schnee wenig Sinn.

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Km heute: 4,7
Km gesamt: 9,7

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Spirale 15 – S3 Pinache bis Illingen

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11-P1210896Eigentlich wäre heute Freitag. Aber gleich morgens in den Regen hineinlaufen, das mag ich nicht. Deshalb brachte mir das Wetter eine Zeitverschiebung auf den Sonntag. Der Himmel über Stuttgart ist klar und die Stimmung verschiebt sich ebenfalls, weiter nach oben.

Gegen das Sonnenlicht glänzen die Felder weiß. Ein Hundebesitzer zeigt mir an Ortsrand diesen Blick und meint, das hier ist doch die schönste Gegend von allen!

02-P1060015Eine Meinung anderer Art bekam ich vorhin, bei mir an der Bushaltestelle. „Warum fährscht da soweit weg, kanscht doch auch hier laufe!“ – „Was hascht da alles drin in dei Rucksack?“ „Veschper, Tee!“ Kopfschütteln! „Da gehört noch a Kaschte 03-P1060016Bier nei und zwoi Flasche Wei!“ Soviel zu meiner mangelhaften Verpflegung und unsinnigen Fahrerei.

Leichter Nebel ist noch vor dem Wald. Doch drinnen hängen die weißlichen Schwaden dicht und völlig verhakt in der Zweigen. Eine Buche vermutlich, hat sich in Baumsplitter aufgelöst und zeigt deutlich die innere Bauweise (im Zweifelsfalle sind bei mir alles Buchen, bis auf die Weihnachtsbäume). Eine 04-P1060021Gestalt, mehr hüpfend als joggend, kommt mir entgegen, den schlüpfrigen Wegstellen ausweichend. Auf einem Holzstoß genieße ich in diesem Nebeldämmern mein Brot. Dann dringen die Strahlen kräftig durch einige Lücken, als würden die Stämme mit grellen Leuchtern inspiziert.

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Etwas viel Verzögerungen sind das heute. Jetzt gerade, an einer Scheunenwand, das zweite Mal die Prothese besser zum Sitz bringen, das damit zusammenhängende schwierige Laufen, morgens die 07-P1060027Langschläferfahrpläne, der nasse Waldweg, ein Umweg zur Fahrstraße. Ich werde nicht weit kommen heute. Der hier aufgefundene Schädelteil zeigt mir unfreundlich seine Beißerchen, als wolle er damit sagen, nun verzieh‘ dich endlich!

08-P1060031Auch im Enztal macht sich der Nebel breit. Die Enz lärmt am Lomersheimer Wehr den Anwohnern die Ohren voll, obwohl das Hochwasser bereits abklingt. Auf der anderen Seite gehe ich weiter am Fluss entlang. Dicke 09-P1060055Bäume machen in starker Strömung Fußbad. Dann wendet sich ein Pfad nach oben. Steil, erdig, feucht, im Schatten zwischen bemoosten Mauern und dichtem Gebüsch. Zwei Jungs wollen mir entgegen biken. Ich rufe ihnen zu, mich erst hoch zu lassen. Wir kämen hier nicht aneinander vorbei. Geduldig warten sie. Aha, mit ihren Vätern machen sie eine Tour runter zur Enz und weiter nach Vaihingen.

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Fast bin ich oben, da stehen Kieferngruppen wie dekoriert am Steilhang. Sehr tief rauscht der Fluss hier unter dem Nebel. Kaum ist der Gegenhang erkennbar. Die Sonne kämpft immer noch über ihre heutige Vorherrschaft.

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Ich sollte ab Mühlhausen lieber zurückfahren. Und dieser Blick hier ist ein herrlicher Abschluss. Der Busfahrplan überrascht mich. Nur Sammelruftaxi ist Sonntags möglich Das war’s wohl mit den Bildern, nun eben noch schnell rüber zur Bahnlinie nach Illingen. Und nochmal hinauf auf den Berghang.

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Doch da öffnet sich das Tal und die große Enzschleife, außen begrenzt von den Felsenzähnen liegt zum Genießen vor mir und dem Kameraauslöser ausgebreitet, im bereits abendlichen Licht, wie weggezaubert die Nebel. Hier 13-P1060091sind noch die längs zum Hang gebauten Weinbergmauern zu durchwandern. Eine Rarität inzwischen. Einige Sonntags-Spaziergänger benutzen ebenfalls noch diesen sich windenden grandiosen Höhenweg.

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16-P1060118Über reichlich eingewässerte Feldwege nähere ich mich der Senke von Illingen und der Bahnstation. Die Äcker und Wiesen sind vollgesogene Schwämme. Das letzte Licht muss sich bereits über den Horizont krümmen, um noch meine Wege zu erreichen. Am Bahnsteig ist es zwar schon 17Uhr35, aber noch nicht ganz dunkel!

Km heute: 13,4
Km gesamt: 39,0

Spirale 15 – S2 Steinegg bis Pinache

11-P121089601-P1050958Der Bahnsteig von Gleis 5 und 6. Zwei Gleise und drei Züge verspätet. Wie könnte das dann bei derzeit 16 Gleisen aussehen? Naja, das wird ja sicher besser bei künftig acht Gleisen. Mein Zug ist mit 5 Minuten Verspätung dabei. Dafür stehen mir in Pforzheim sieben Minuten Umsteigen zu – bei verlegtem Busbahnhof. Fliegen kann ich noch nicht. Da sollte die Bahn Red Bull verteilen!

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Heute geht’s zuerst ins Tal. Ein Bach hüpft schnell neben mir hinunter. Dort steht ein rotsteiniges Schloß im Wald, sehr verwunschen wirkt es. Die Würm windet sich tief ins Gelände hinein nach dem Ort Würm und dann zur Enz in 02-P1050911Pforzheim. Viel Wasser vom ersten Schnee kommt aus den Wäldern herab.
Gleich geht’s wieder hoch hinauf, nach Tiefenbronn, ein schöner Weg mit alten überhängenden Bäumen.

03-P1050917Übrigens, rechtzeitig bin ich trotz der fünf Minuten Verspätung. Ein Busfahrer hat das wieder ausgebügelt. Den Bus 741 sehe ich auf mich zufahren, nachdem er am provisorischen Bussteig gestartet ist. Mit den Gehhilfen fuchtele ich ihn entgegen, dass es wohl ziemlich wild aussieht. Tatsächlich, er hält an, macht mir die Türe auf. Versuch‘ das mal beim Regionalexpress!

04-P1050918Im ersten Waldstück rieselt das Schmelzwasser dünn über die Waldwege. Schnee sehe ich kaum noch. Hier ist der Wind wenig zu spüren, aber vorhin blies er mir heftig entgegen und wollte mich zuerst nicht in den Wald lassen. Einige 05-P1050927Moosstämme wollen mich vom Wege fortlocken. Aber da lenkt mich rechts eine Tafel ab, die auf sehr lebendige Art zeigt, was hier um mich herum alles am Wuseln ist.

07-P105094006-P1050933Zuerst bemerke ich links am Weg nur eine Bank, deren „Lehne“ nach hinten zur Hütte ausgebaut wurde. Dann entdecke ich die Frontseite mit besonderem Service. Eine Nische mit erhabenem Holzfußboden, einen Tisch, links und hinten eine Bank. Stabil, robust, sauber; über eine Fußbodenheizung würde ich mich nicht sonderlich wundern.

08-P1050954An Wimsheim wandere ich vorbei. Einige Häuser sehe ich durch die Bäume. Nach der A8-Unterquerung habe ich weite Feldflächen vor mir. Der schmale Asphaltweg hüpft vor mir her durch Talsenken und zeigt sich nur an den Kuppen. Aber dieses Auf und Nieder der Wege juckt mich längst nicht mehr, der anfängliche Widerwille ist getauscht gegen eine gewisse Anziehungskraft: Was liegt hinter diesem Berg oder Horizont?

Der Wind packt mich an den Schultern und will mich schräg nach rechts über die Wiesen treiben. Doch er kennt meine Prothese nicht. Die macht sowas nicht so schnell mit. Mit der Zeit gibt er es auf und faucht mir nur noch um die Ohren, dass die Ohrläppchen schlenkern.

09-P1050960Hinter Wurmberg finde ich im Wald meine zweite Bank. Inzwischen sind etwa zehn Km geschafft. Auch die Sonne hat sich von Süden her durchgerungen einige Strahlen durch sperrige Wolkenbänke zu pressen. Ihre Mühe, mich zu erwärmen, ist nutzlos, denn da stehen auch noch einige Bäume im Wald.

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Insgesamt senkt sich der Weg immer mehr ab. Ich nähere mich langsam dem Enztal bei Mühlacker. Der Sendemast steht schon deutlich mit aufrechter Haltung und durchgedrücktem Rücken rot-weiß vor den dunkelblauen Wolkenschichten, die sich über den Stromberghöhen breitmachen. Von Westen her werden die Felder noch einmal grell angeleuchtet, als ich den Wald endgültig verlasse.

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Das Ziel wird Pinache. Die Sonne steht schon tief, das Licht wirkt verschleiert, als ich die Haltestelle erreiche. Die Häuserfassaden sind hier sehr farbig und reflektieren noch die letzten zehn Strahlen. Wegen dieses Motives verpasse ich fast den Bus. Schnell 12-P1050998witsche ich hinter her, winke, wie heute morgen schon eingeübt, dem Fahrer in den Spiegel hinein. Die hintere Tür schwingt auf.

Km heute: 15,6
Km gesamt: 25,6

Spirale 15 – S1 Simmozheim bis Steinegg

 

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11-P121089602-P1050827Meinen Spiralwurm, den für 2015, beginne ich heute als „Wurmfortsatz“ des vorjährigen, etwa zwei Runden. Längere Anfahrten, schlechtere Verbindungen, aber auch hochinteressante Landschaften, die bisher nur angekratzt sind. Die Stromberghöhen, die Albhochfläche, die Ostkante des 04-P1050829Nordschwarz-waldes. Gelegentlich längere Anstiege, größere Waldflächen, längere Ausweich-manöver, kürzere Tagesstrecken. Viel Neues und Spannendes. Ab Simmoz-heim, Nähe Calw, geht’s wieder auf die lange Prothesen-Spiral-pirsch. Wer kommt mal (wieder) mit?

Bei Glatteis hast du keine Chance. Ich geriet am Anstieg im Ort auf den Eisspiegel. Hatte bereits Mühe nur mit dem Umkehren. Fuhr wieder zurück.

06-P1050833Heute, zwei Tage später, muss der Nachtfrost aber auch noch überwunden werden. Erst gegen sieben Uhr war mein Start. Der Mond stand auffällig aufgeblasen und tief gesunken dicht über dem 08-P1050865Killesberg-Horizont im Westen. In Neuwirtshaus senkte sich der gelbe Schein der Sonne auf die höheren Fabrikwände. Berauhreiftes Glemstal bei Höfingen. Es wird wieder ein schöner Wintertag.

Zuerst will ich ins Simmozheimer Bäckercafé. Kenne ich seit vorgestern. Nette Verkäuferin, ebenso heißer Tee, weiterer Eisabtauservice der Sonne bis etwa 07-P1050845zehn Uhr. Schön gedacht! Als ich dort bin, ist der Laden dicht. Also sofort losgehen!

Der Eisweg am Ortsausgang vertieft kurz meine Knitterfalten auf der Stirn. Doch ich entdecke wenige 09-P1050876Zentimeter trockenes Pflaster. Danach ist es ein sehr schöner Weg mitten durch die letzten tieferen Schneereste der ersten Schneefälle dieses Winters.

Am Höhenweg quere ich den Wanderpfad der Hugenotten und Waldenser. Sogleich geht es wieder hinunter nach Münklingen. Die über zehn Millimeter dicke Eisschicht ist in viele kleinere Eisschollen zerbrochen. Ganz am Rande gelingt mir der Abstieg. Links senkt sich eine Böschung zu einer Garageneinfahrt, bedeckt mit dickem verharschten Schnee. Drei seitliche Schritte hinein und ich bin auf der trockenen Ebene.10-P1050878

Am Reiterhof ist viel Betrieb. Auch sonst sind heute viele Leute unterwegs, ob mit oder ohne Pferd. Der Hang zum letzten Taleinschnitt. Über eine Wiese kann ich abkürzen. Reif liegt auf den Büscheln, die im Schatten wachsen. Alles ist hart. Gegenüber der letzten Schlammwanderungen komme ich auf dem Frostboden sehr gut zurecht.

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Sehr freundlich sind die Leute auch hier, auffallend oft werde ich gegrüßt. Bei Malmsheim war mir das schon zwei Runden vorher aufgefallen. Die weiteren Wege bis Steinegg sind immer problemloser. Eine Talüberquerung, noch ein Waldstück. Dann wird es wieder kühl. Bevor neues Eis entsteht erreiche ich den Bus nach Pforzheim.

Insgesamt war das ein sehr schöner Beginn des Jahres. Alles ging glatt, trotz der lauernden Eisflächen. Abenteuer? Nein! Einfach schön und zum Genießen, so, wie’s sein soll!

10,0 km

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