Monatsarchiv: Februar 2015

S6 – Versuch

1-P106027211-P1210896Wenn du einen wolkenlosen blauen Himmel hast, darunter eine wunderbar frische Wintermorgenluft, und darunter eine ungeduldige Testprothese, leider kombiniert mit einer geduldigen Entzündung, das passt dann nicht gut zusammen.

Aber ohne nicht wenigstens eine praxisnahe Gewöhnungschance zu testen will ich den Tag nicht verstreichen lassen. Vielleicht geht es ja doch gut, wie schon so oft. Ein Kilometer, ein Tropfen Öl, ein Pflaster, es nützt heute nichts! Wenn ich will, dass es schnell besser wird für die folgenden Tage, muss ich zurück…

 

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1. Linx-Test – Vorausnotiz

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Das Linx-System von Endolite ist noch nicht auf dem Markt bzw. offiziell getestet. Ich darf es heute und die folgenden zwei Wochen testen.

Wir beginnen in der Werkstatt des Sanitätshauses Sascha 2-P1060241Wilden in Böblingen mit der Einstellung. Es folgen Läufe im Gang, an der Treppe, im Hof und im nahen Wald. Für morgen plane ich die Wanderung S6 der Spirale 15.

 

Spirale 15 – S5 Hohenhaslach bis Bönnigheim

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11-P1210896Die meisten der Spiraltouren haben so ihre Besonderheiten. Diese auch. Habe ich Eiswege? Reicht mir die Zeit bis Bönnigheim? Drei Stunden habe ich heute verschlafen! So lange wie noch nie.

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                                                                                                                                                                                                                  Aber sehr gut ausgeschlafen. Wegen meiner Blitzpackerei spare ich eine Stunde ein. Noch nie stand ich 60 Minuten nach Abheben von der Bettkante schon an der Bushaltestelle. Doch erst nach Elf kann ich losmarschieren. Der Weinbergweg neben einer Hecke hat im Schatten noch Schneereste. Gut begehbar, sind nur leicht angeharscht. 03-P1060212Gleich beginnt der Wald. Dort liegt Schnee auf den Wegen. Die Spuren der wenigen Fahrzeuge haben unterschiedliche Eigen-schaften. Mal unrutschbar harschig, mal reines Eis, mal kiesig. Aber insgesamt komme ich gut hinauf.

Halbe Höhe. Steh-Trink-Knusper-Knips-Rast an einem Hochstand bzw. Anstand. Will einen Tiefstand der Teefüllung anpeilen und den Hunger nicht zu unanständig ansammeln lassen. Nur zehn Minuten, schon fertig.

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Aufwärts gehe ich gern gemütlich, mit großen Schritten. Und hier möglichst in der Harschspur. Spart das Zeit oder Energie? Bald merke ich Auffälligkeiten unter meiner Jacke. Wie auf der Bank am Bullerofen fühle ich mich; 06-P1060222verbrenne energisch die bereits geschluckte Energie. Mindestens eine Jacke ist’s mir zu warm! Die dicke äußere klemmt sich mein Rucksack unter die Klappe.

 

Von da an wird es steiler und die Schneehöhe vertieft sich. Es wird so ungefähr zehn Zentimeter schwierig. Zwischen den Spuren klingt es jetzt sehr knirschig. Der Prothesenfuß rollt dort nicht so gut ab, aber anstelle selbst in den Schnee zu rollen ist es besser so. Immer noch dampfe ich gewaltig ab. Wieviele Jacken noch unter die Klappe? Höchstens bis zum untersten Shirt!

Oben angelangt. Den Querweg gehe ich links. Rechts ginge es 5 km nach Freudental, aber es macht mir auch so genug Spaß. An der Pfeiferhütte halte ich wieder an. Kontrolle. Ja, es reicht zum geplanten Bus. Hier macht die Route einen Knick nach rechts, geht nun über den Rotenberg fast eben und bietet bessere Trittflächen in den Radspuren.

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Bald schon geht’s runter vom Stromberggelände. Östlich breitet sich die Neckarsenke rings um Lauffen bis zum Schwäbischen Wald hin aus. Der stark abfallende Wegteil ist das bisher schwierigste Stück. Es liegt ganztägig im Schatten, sehr eisig und kalt.

09-P1060225Nach dem Wald eine ganz andere Situation. Die Schmelze auf dem Weg. Und im Hintergrund die romantische Fahne von Neckarwestheim, dem
Tschernobylkollegen. Schmal steigt sie auf, verbreitet sich und zieht flockig über meiner Kappe zur Auflösung. Eigentlich wäre diese Gegend ja sehr schön!

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Links neben der Talfläche zieht sich der „kahle“ Hang eines Weinberges dahin, sich ganz allmählich absenkend. Nur die Reihen der Reben bilden auf der Schneefläche eine interessante Struktur. Kurz vor Bönnigheim mache ich die letzte Stehrast. Das sind nun fünf mal etwa zehn Minuten auf diese Art heute und einmal den Liner frisch aufgezogen. Es ist also gut zu wissen, dass ein Tag auch ohne zu sitzen funktioniert.

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Noch eine Besonderheit der heutigen phantastischen Winterwanderung: Bönnigheim, das war der eigentlich geplante Zielpunkt für die Wanderspirale 2014. Es ist nach 1061 statt 1000 km erreicht. Aus der entstandenen Differenz kann ich erkennen, wieviel Abstriche durch unvorhergesehene Umwege, hier 6%, man machen könnte, bei künftigen Planungen.

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Km heute: 11,4
Km gesamt: 66,5