Monatsarchiv: Februar 2016

Hallo Alb!

Spiralwanderung 92  – 1. Februar 2016
Sparwiesen bis Weilheim/Teck

Der Weg senkt sich steil hinunter zum Butzbach. Als ich nach links abgabeln will, bremst mich von rechts ein Radfahrer aus. Ein älterer Mann, wettergegerbt, etwas neugierig. „Haben Sie meine Gänse fliegen sehen?“ Da habe ich sicher wieder zu streng den Abstieg beobachtet, leider nein.

Er betreut hier Gänse und einige andere Tiere und lebt als Einundsiebzigjähriger freiwillig als Einsiedler, in einer Hütte im Wald. Ohne Strom, ohne Wasser. Erstaunlich! Der Butzbach ist noch lange kein Strom, aber Wasser hat er. Bestimmt gibt’s des öfteren Gänsebraten!

Manchmal schon entdeckte ich auf meinen Touren Spiral-Motive. Gemalt, als Pflastersteine, auf meinem Steingutteller, sogar aus Hartweizengries oder KÄSE! Spiralgeschmack krümmt sich also auf der Zunge! Vorhin, am Rathaus in Hattenhofen, metallisch glänzend, das bisher schönste unschmeckbare Beispiel. Und das auch nur, weil mein Zug sieben Minuten Verspätung hatte und ich zwei Busse bemühen und deshalb hier umsteigen musste. Deshalb entstand dieses Zufallsbild.

Hattenhofen ist an der dünnsten Stelle schnell durchquert. Ein Seitental steigt langsam auf die umliegenden Höhen. Was läuft sich nur so schwer heute? Liegt es nur an dem bisschen Sturm oder am Anstieg? Als ich oben beim Wald bin, kann ich das an der Prothese nachprüfen. Falsch angezogen! Tisch und Bänke bieten mir Platz für eine Rast im Windschatten.

Sofort geht es viel besser weiter. Schon scheint der Aichelberg zum Greifen nah. Hier stoße ich auf meine Wanderroute von 2011, die ich von Salach heraufkam. Später habe ich es umgezeichnet.  Hallo Alb! Ich hab‘ dich endlich erreicht! Schon im Oktober wollte ich hier sein, um Herbstfärbung die erhofften Bilder mitnehmen zu können. Und jetzt? Sogar der Schnee fehlt!

                                                                     

Oft stellen sich Umwege als besonders schön oder erlebnisreich heraus. Nach einer weiteren Rast an einer Hütte ist noch viel Zeit und Weilheim bereits viel zu nah‘. Der erste Berghang der Alb, nun direkt vor meiner Nase, reizt mich spontan etwas mehr als das Industriegebiet am Stadtrand. So steige ich schräg über holprige Wiesen, steile Fahrspuren, umgehe eine tiefe Rinne und gewinne nahe dem Waldrand einen schönen Blick in Richtung Kirchheim und Teckberg. Weiter vorn stehen unter dicken Eichen alte Holzbänke. Doch die heftigen Windböen machen es nicht ratsam sich unter die krummen morschen Äste zu setzen. Mein Holzkopp ist nicht aus Eiche!

Ganz zuletzt wird der Schluss noch spannend. Wenn man sich der Bushaltestelle nähert, entsteht immer das Gefühl, „hoffentlich verpasse ich ihn nicht!“ Von links nähert sich was Bussiges, sicherlich der Falsche! Über die Brunnenstraße, zur vermeintlichen Haltestelle. Die junge Frau dort: „Noi, Sie müsset wiedr schräg nübr, gucketse, der hält scho!“ Ich spurte, dass die Stopper glühen und der Asphalt Blasen wirft, hinter dem „falschen“ Bus her; einem Mann an seiner geöffneten Heckklappe rufe ich zu, er solle doch bitte den Bus irgendwie abstoppen. Schon schwätzt er vorne mit dem Fahrer, ich klettere hinten hinein, rufe Danke und winke zurück.

So sieht perfekte Wanderplanung aus und so hilfsbereit sind die Weilheimer Bube und Mädle!

Km heute: 12,0
Km Spirale gesamt: 1205,0

Werbeanzeigen